Von der gottlichen Vorsehung. 6?
und wäre eine sündliche Frechheit wider ihn,welche er nicht würde ungestraft laßen; dennGOtt, der unser Lebens-Ende versehen hat,der hat auch, wie gesagt, zugleich die Mittetversehen, wodurch unser Leben sollte erhaltenwerden. (Erwäge hiebei den Spruch, Psalm55, 24. u. s. f.)
6. Fr. Was verstehest du durch die erhaltende Vor-sehung GOttes?
A. Daß, gleichwie er allen Dingen amfänglich das Bestehen gegeben hat, dieselbenalso auch noch durch seine allerinnigste Gegen-wart im Wesen bleiben: indem er sie durcheben das kräftige Wort, wodurch er sie ge-schaffen, auch noch stäts träget, (Ebr. 1, z.B. der Weisheit 11,22. u. f.), als der Grundund das Leben, wodurch und worin alleDinge bestehen, Col. 1,17. Und Er ist vorallen, und es bestehet alles in Ihm. Buchder Weisheit 12,1.
7. Fr. Kann denn kein Geschöpf auf sich selbstbestehend
A. Nein, auch nicht einen Augenblick;eben so wenig, als es sich selbst hat schaffenkönnen. Vielmehr muß alles, so bald GOttnur seine Hand, leinen Odem oder Einflußzurück hält, wiederum sterben, zerstöret und
zu nichte werden. Psalm 104, 29. zo.
Du nimmst weg ihren Odem, so vergehen sie,und werden wieder zu Staub u. s.w. — S,a. B. der Weisheit 11, 26.
E Z. 8. Fr.