Druckschrift 
1 (1836)
Seite
198
Einzelbild herunterladen
 

tvs

XII.

Kantoll Basel.

i.

St. Jakob.

^Nan komme vom Elsaß oder vom Schwarzwald daher in denKanton Basel, die landschaftlichen Gebilde verwandeln sichjählings. Der weiche Zauber des Schönen verschlingt sich seltsammit majestätischer Wildheit. Die spröde Unfreundlichkeit der Naturist von der Menschenhand gezähmt. Es begegnen uns andere Bau-arten, andere Trachten, andere Sitten. Man steht im Vorhvf derSchweiz. Wir sind von großen historischen Erinnerungen umgeben.

Ein Kirchlein, ein Siechenhaus, Stiftungen aus den Tagender Kreuzzüge; einzelne ländliche Wohnungen darum hingebaut mitumhägten Gemüsegarten, dies Bild der Ruhe, der Einfalt,der Zufriedenheit; es ist St. Jakob am Strom der Birs, eineViertelstunde von der Stadt Bafel. Diese Gefilde, sind die Ther-mopylen der Schweiz geheißen. Hier war es, wo sich am26. August lch4-ll anderthalbtausend Schweizer unerschrocken demTode fürs Vaterland weihten, als Karl VIl. von Frankreich ander Spitze von 60,000 Mann in das Gebiet der Eidsgenojsen ein-dringen wollte. Mit eben so geringer Schaar, mit eben so furcht-barer Entschlossenheit, warf sich ohngefähr zwei tausend Jahr früherder Sparter-König Leonida s dem Perser-Schach Terxes fürGriechenlands Rettung entgegen, de? mit größerer Macht, alsKarl VII. gekommen war. Aber St. Jakob hatte keine Engpässe,wie die Thermopylen, wo Leonidas focht, links von schroffen Ge-birgen, rechts vom Meer und Sumpf geschützt, und auf einemWege, kaum 100, oft kaum 20 Schuh breit. Wie die Griechen