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Kanton Appenzell.

i.

Der Flecken Appenzell.

Das kleine Land, welches den Namen von einem seiner Haupt-örter entlehnt hat, während der Hauptort selber (der dieß erst seit1402 ist) den seinigen von eines Abten Zelle, oder Klause, empfing,die hier, unbekannt in welcher Zeit) stand, (die Gegend hieß ur-kundlich nur Neu Gereute) dieß kleine Land, sag' ich, hatso viel Eigenthümlichkeiten oder Seltsamheiten; liegt mit seinenniedlichen, freundlichen Hütten und Dörfern so lieblich zwischen denGebirgen, daß es, mögt' ich säst behaupten, ein wahrer Lieblingaller in - und ausländischen Reisenden geworden ist.

Von seinen niedrigsten Gegenden, die doch aber beinahe dritt-halbtausend Fuß hoch gelegen find, steigt es, gegen Südosten, zurBergkette des Kamor und Säntis, zu einer Höhe von beinaheachttausend Fuß empor. Bekanntlich hat das Ländlein nur dieGröße von kaum mehr, als sieben Geviertmeilen; bildet abereinen Kanton der Eidgenossenschaft; ungeachtet es aus zwei unterfich unabhängigen Republiken besteht (Appenzell außer- und inncr-Rhoden), die in Religion, Sitte, Gesez, Lebensart und Volks-bildung ganz verschieden von einander sind. Das Staatsgebietder äußern Rhoden (oder Bezirke) umklammert mehr als zurHälfte, den Landtheil der innern Rhoden. Beide Republikenaber find wieder ihrerseits vom Kanton St. Gallen so vollkommenumschlossen, daß der Kanton Appenzell eigentlich im Kanton St.Gallen eingeschachtelt liegt. Dieß hindert aber nichts am besten Em-verständniß zwischen Allen.