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1 (1836)
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VII!

Kanton St. Gallen.

i.

St. Gallen, Abtei und Stadt.

Reine Stelle im Schweizerlande, vielleicht kaum irgend einein den Nachbarreichen, bezeichnet mit ihren Schicksalen den leisenaber ewigen Fortgang und die Alles umgestaltenden Wirkungender Civilisation so treffend und mit so scharfen Zügen, als St.Gallen. Die zwölfhundertjährige Geschichte dieses Erdflecksund seiner Bewohner, wo Abtei und Stadt, Priefterthum undBürgerthum zwillingsartig neben einander aufwuchsen, bis derLeibeigene Nebenbuhler des Herrn wurde und die fürstliche Machtund Pracht des Klosters, -vom Glanz der Wissenschaft und t^sKunstfleißes freier Bürger verdunkelt, erlosch, ist ein wahres Klein-bild der Entwickelungsgeschichte der europäischen Menschheit.

Beinahe tausend Fuß hoch über dem Bodensee (der selber schon1255 Fuß über dem Meeresspiegel ruht), wenige Wegstunden vonihm entfernt, liegt ein Thal, von einigen Anhöhen umfaßt, voneinem Paar Bächen durchstoßen. Es war im siebenten Jahrhundertnoch unbewohnte Waldwildniß, nur von Wölfen und Bären durch-streift. Hieher kam der irländische Mönch Gallus aus BenehorsZellen, nachdem er einen guten Theil der Abendländer bereisethatte, um europäische Heiden zu bekehren. Schon war der Rufseiner Heiligkeit, selbst seiner Wunderkraft groß. Sey es ausweltentsagender Frömmigkeit, oder um, in reiner Bergluft, desFiebers frei zu werden, das ihn oft in den Niederungen der See-gegenden quälte: er siedelte sich endlich mit zwölf Jüngern St.Benedikts in jenem Tbale an, baute da zwischen den Urwälderneine Bethütte neben hinfälligen Wohnungen, und lebte, lehrend