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den. Aber plötzlich, wildbrechend fing die Masse des ganzen rst-figen Gebirgs an sich zu bewegen. Erst in fürchterlich langsamerWellenform, und mit donnerndem Gebraust hob und senkte sichdie ungeheure Bergwand, von mehreren Stnnden Ausdehnung,sammt ihren Waldungen, Sennhütten, Viehheerden und Ortschaf-ten , dann mit Blitzesschnelle brach Alles los, und nieder sau-send, betäubend, Finsterniß, einer Nacht gleich, erstickender Dampfund Staub ringsum. Der Boden bebte. Es war ein Schlag, einAugenblick. Dann verstummte der Donner in langsam hinsterbendemGetöse. Erst nach einigen Minuten legte sich der dichteste Staub.

Die auf einer Wiest vor Goldau gebliebenen Beobachter desgrauenvollen Ereignisses sahen einander mit Entsetzen an, sprach-los, bleich. Bald, wie die Staubwolken lichter wurden, erkanntensie, in unmittelbarer Umgebung, Schutt und Felsen; bald weiterhin den gleichen Gräuel der Verwüstung. Aber sie sahen nicht mehrGoldau vor sich; nicht ihre Reisegefährten mehr, die ins Dorfeintreten wollten. Alles war verschwunden, Alles begraben; dasgrüne, blühende Thal eine leblost, graue, dampfende Einöde. Eswar Nachmittags um 6 Uhr.

Der Flächenranm von beinahe einer Geviertenmeise zeigte sichmit Erdfchlamm und ungeheuern Felsen, stellenweis bei 400 undMehr Schuh hoch, überlagert. Vom Gnyppen herab hatten sichdie vom Wasser uuterfressenen obern Gebirgsschichten überwälzt.Die Wucht des Falles hatte sogar gewaltige Steinblöcke an dengegenübergelegenen Rigiberg, zu der andern Thalstite hinaufge-schleudcrt; Vögel in der Lust, während der Flucht, getödtet. DerLowerzer-See schwoll und wogte vom hereinstürzendem Getrümmerhoch auf. Die Wellen schlugen über die romantische Insel Schwa-nau zusammen, über die Wipfel der Bäume, 6070 Schuhüber dem Wasserspiegel des Sees, zur Thurmspitze der einsamenFelsenkapelle empor; fuhren zerstörend in die Dörfer von Lowerzund Seewen. Die Ortschaften Goldau, Busingen, Rötten,mit ohngefähr 500 Menschen, mit 11 l Wohnungen, ihren Heer-den, ihren Ställen, waren von der Oberfläche der Erde vertilgt',nebst allen Kapellen und Andachtsstätten. Niemand konnte die Stellenur annähernd bezeichnen, wo die Gebäude, wo die Brücke vonGoldau, wo das Filialkirchlein des Orts gestanden waren. Land-leute, die zufällig während des furchtbaren Schicksals auf den Höhengestanden, sagten aus, sie hätten in dem finstern Augenblick einherzzerreißendes Angstgeschrei vom Dorf her vernommen. Einer derZeugen erklärte: er habe deutlich aus einem Hause bei Goldau