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Chronik des Sächsischen Königshauses u. seiner Residenzstadt vom 18. Juni 1853 bis zum 18. Juni 1878
Entstehung
Seite
272
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Im Jahre

1871

Ehrengaben für dieköniglichen Prinzen.

Ballseft beim Kciegs-ministcr.

Einzug der Truppen.

Tagesbefehl desKönigs.

Tagesbefehl desPrinzen Georg.

Montag / iO. Juli.

rollprtnz Müert empfällgt auf seinem Sonnnersltze ln Strehlen eineDeputation der eröländischen kreiMände und der Prodinzialstäude der

Gbcrlausitz / welche ihm aus Anlaß des bevorstehenden Einzugs der sächsischenTruppen in die Hauptstadt eine kunstvoll ausgeführte Dank- und Glückwunsch-adresse überreicht. Dem Prinzen Georg bringen die Stände des Meißner Kreises einen

kostbaren Ehrensäbel dar.

ei dem Kriegsminister von Fabricc findet zu Ehren der Armee ein großesBallfcst statt / welches durch die Anwesenheit des königlichen Hofes und seinerfürstlichen Gäste ausgezeichnet ist. Ms

Dienstag /11. Juli.

in Freudentag / wie ihn Dresden nie zuvor gesehen / ist angebrochen:Alls ruhmvollem Kampfe als Siegerin heimkehrend bereitet sich die

sächsische Armee / ihren feierlichen Einzug in die Hauptstadt zu halten. Der

-! König erläßt an die einziehenden Truppen des 12. Armcecorps / von welchem

nur noch die 2. Infanteriedivision Nr. 24 als Besatzung m Frankreich zurückgeblieben/

folgenden

Tagesbefehl.

Soldaten! Mach siegreich vollbrachtem Kampfe heiße Ich Euch herzlich willkommen im Vaterlande.In mancher heißen Schlacht unter vielfachen Beschwerden und Mühsalen habt Ihr Euch aus's Veneals treffliche Krieger bewahrt und im Verein mit allen deutschen Stämmen wesentlich dazu beigetragen/daß das gemeinsame Vaterland gegen einen ungerechten Angriff geschützt und ein ruhmvollerFriede errungen worden ist. Die umsichtige und kriegskundige Leitung Eurer Führer / dietreue Pflichterfüllung in allen Graden / die Tapferkeit und Ausdauer der sächsischenTruppen hat das Anerkeuntniß aller Eurer Kampfgenossen und des höchsten Führersdes deutschen Heeres erlangt / und auch in Feindesland habt Ihr den Aufder Mannszuchr und Menschlichkeit zurückgelassen. Empfangt dafürMeinen Dank. Bwar haben wir manchen herben Verlust zu be-klagen / aber der Gedanke erhebt uns / daß die auf dem Feldeder Ehre Gebliebenen für eine gerechte und heilige Sachegefallen sind. Ihr aber / die Heimgekehrten / ge-nießt die wohlverdiente Kuhe und die errungenenLorbeeren in der Mitte der Eurigen.

Johann.

Gcnerallieutenant Prinz Georg / der commandlrendc General des Armcecorps/richtet an seine Soldaten folgende VOortc des Abschieds:

Tagesbefehl.

Im Augenblicke / wo ich nach überzchmnonatlicher Führung das Eonnnandodes Armeecorps wieder abgebe / drängt esmich / Euch zu danken für alles Große / das Ihrin diesem denkwürdigen Fcldzuge mit Gottes Hülfe voll-bracht habt. Es wird für immer mein größter Stolz sein/daß es mir vergönnt war / das Armcecorps bei Sedan und vorParis zu befehligen / den hohen Kuhm aber / den das Armcecorpssich vor Freund und Feind erworben hat / dankt es lediglich sich selbst.

Es war die geschickte und umsichtige Leitung der Führer verbunden mit derTapferkeit der Truppe / das glückliche Ineinandergreifen aller Theile verbunden miteiner nie vcrsiechendcn Pflichttreue / welche dem alten sächsischen Ehrcnkranz neue / frischeSweige beigefügt hat. Möge Gott diesen herrlichen Geist in unserem Armeecorps zum WohlDeutschlands und zum uuvcrgäuglichen kuhm unseres theuren Sachsens immerdar erhalten.

Der commandireude General.

Georg / Herzog zu Sachsen.

Aus eil,

c .llr.

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