5i m Jahre
186Ü
Aufmarsch derArmee.
Urlegßerklärung.
Abreise der könig-lichen Familie.
Der König verläßtdie Residenz.
Manifest.
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Freitag /15. Juni.
te Armee concemrirt sich m drei Kolonnen: die Avantgarde unterdem Kommando des Senerallieutenants Frecheren iion Fritsch in
ulid bei Dresden aus dem rechten Elbuser / das Gros unter Gcnerallieutcnantvon Stieglitz zwischen dem Großen Garten und Gruna / mit Ausnahmeder Dwlsionsreiterei / welche aus den Flöhen hinter dem Gchooner Grunde steht/die Reserve unter GeneralNeutenant von Schimpfs südlich von Pojfendors an derDippoldiswaldaer Straße. Die Parks uiid Armee-Anstalten erhalten Nachmittags1 Uhr den Besehl zum Abmärsche; die Kranken aus den Hospitälern und Ambulancenwerden aus drei bercitstchende Dampfschiffe übcrgcsührt. ^
bends 8 Uhr überreicht der preußische Gesandte / von der Schulcnburg-priemern / dem König ItchaiM / welcher soeben aus Pülmtz / wo er von derköniglichen Familie Abschied genommen / im Rcsidmzschlosfc eingetroffen ist / die Kriegs-erklärung Preußens an Sachsen. ^
Sonnabend /16. Juni.
önigin Amalie liegtedt sich mit der Prinzessin Seoeg und derenKindern / der Prinzessin MatMde und dem Prinzen FmdNtli
Anglist / srüh 9 Uhr voii pülnitz aus dem Dampfschifpe „Maria" »lachBodenbach / wahrend die Kronprinzessin ÄÄrola von Strehlen aus mittelstExtrazuges dahin abreist. Das Sommerhoslager m Pülmtz wird ausgehoben. PrinzessinAmnlie bezieht Abends V-7 Uhr ihre tVohnung im königlichen Rcsidenzschlolfe.
er Köiiig / welcher im Residenzschlojfc übernachtet hat / beglebt sich srüh zurArmee / nimmt im Palais des Großen Gartens das Frühstück ein und kehrt/vom Volke lebhast begrüßt / V2I1 Uhr nochmals m das königliche Schloß zurück.Nachmittags V44 Uhr verlaßt der Köliig zu Pserde m Begleitung des Kriegsministersvoii Rabenhorst und seines militärischen Gesolges die Residenz / woraus folgendesMamscst veröffentlicht wird:
An Meine treuen Sachsen!
Sin ungerechtfertigter Angriff nöthigt Mich / die Waffen zu ergreifen! Sachsen! Weil wir treu zur Sachedeß läechteß eines Vruderstammeß standen / weil wir fest hielten an dem Wand / welches daß großedeutsche Vaterland umschlingt / weil wir lnmdcßwidrigen Forderungen miß nicht fügten / werden wirfeindlich behandelt. Wie schmerzlich auch die Opfer sein mögen / die daß Schicksal unß auslegenwird / laßt unß muthig zum Kampfe gehen für die heilige Sache! L-War sind wir gering anBahl / aber Gott ist in den Schwachen mächtig / die auf ihn trauen / und der Weistanddeß ganzen kundeßtreucn Deutschlandß wird unß nicht außbleibcn. Win Ich auch fürden Augenblick genöthigt / der Aebermacht zu weichen und Mich von Such zutrennen / so bleibe Ich doch in der Mitte Mcineß tapferen Heeres / woIch Mich immer noch in Sachsen fühlen werde / und hoffe / wennder Himmel unsere Waffen segnet / bald zu Such zurückzukehren.
Fest vertraue Ich auf Sure Treue und Riebe. Wie wir inguten Stunden zusammengehalten haben / so werden wirauch in den Stunden der Prüfung zusammenstehen;vertrauet auch Ihr auf Mich / deren Wohldaß Kiel Meineß Strebcnß war undbleibt. Mit Gott für daß Lecht!
Daß sei unser Wahlspruch.
Dreßdcn / den 16. Juni 1866.
Johann.
L.Lr.
2O4 Ml