Münsterplatzc. — Die Sonne vergoldete im Unter-gehen die Spitzen der fernen Schnccbcrge, und dieSehnsucht »eich den Höhen und den Fernen er-wachte wieder wie im Frühlinge.
Der Münsterplatz hat etwas herrliches, wegender kühnen, kolossalen Mauer, die ihn gegen dieAar hin einfaßt. Sie wurde im Jahr vonMatthias von Steinbach erbaut. Sie istunk! Fuß hoch, und kostete 5o,oac> Gulden zu bauen,also halb so viel wie der ganze Münster, der nuruoo,ooo Gulden kostet. Dieser Matthias vonSteinbach war ein Sohn dcS berühmten Er-bauers des Straßburger Münsters, Erwin vonSteinbach. - Das Geländer an dieser Mauerist nur Z Fuß hoch. Den 25. Juli i65ss, stürzteder Student Weinzäpfli mit einem flüchtig ge-wordeneu Pferde, diese Mauer hinunter. DasPferd blieb todt, er aber kam mit einem Beinbrüchedavon, und lebte, wie die alte Inschrift sagt, nochlange nacbhcr als Pfarrer.
Bern ist die Vaterstadt des berühmtesten Man-nes in der Schweiz — des großen Hall er. Meh-rere aus diesem alten Geschlechte haben sich inden Wissenschaften ausgezeichnet—aber mit Hal-ler ists wie mit Meyer — bei Beiden nenntman keine Vornamen.