Druckschrift 
Die Erscheinungen der Elektricität und des Magnetismus in ihrer Verbindung mit einander : nach den neuesten Entdeckungen im Gebiete des Elektro-Magnetismus und der Induktions-Elektricität für Freunde der Naturwissenschaften und besonders für Aerzte
Entstehung
Seite
231
Einzelbild herunterladen
 

V

dcmsolboii parallel zu scpn: so ziehen sie sich, wie Magnete, diemit ungleichnamigen Palen einander genähert werden, gegenseitigan, wenn die Elcktrieität nach derselben Richtung beidedurchströmt, und stoßen sieh ab, wenn sie nach entgegen-gesetzten Richtungen van der Elektrieitat durchströmtwerden; ein Gesetz, das mit der gewöhnlichen Regel, nach wel-cher nur Gleichartiges von Ungleichartigem angezogen, von Gleichar-tigem hingegen abgestoßen wird (§.8. u. llll.), in scheinbarem Wider-spruche steht, dessen Erklärung aber leicht wird, wenn man mit Am-päre annimmt, daß durch den elektrischen Strom in den LeitnngS-dräbten eine Art von TranS Versal-Magnetismus erzeugtwird *), dem zu Folge bei einerlei Richtung des Stromes in denneben einander liegenden Drähten die magnetischen Pole nach ent-gegengesetzten Richtungen, nämlich nicht an die Enden der Längcn-achscn der Drähte, sondern wie bei einem Transversal-Magnct,

*) Der TranSversal-Magnctismus, eine Entdeckung Prechtl's, istdem Longitudinal-MagnetiSmus, wie er bei der gewöhnlichen Art zu mag-netisiren entsteht (8, 63.), entgegengesetzt, und wird bekanntlich durch eineeigne Art des Magnetisirens hervorgerufen, wobei die Magnetpole nichtwie bei einem Longitudinal-Magnete an den Enden der Längenachsc (einesStabes), sondern an den diametral entgegengesetzten Scitcnkanten (seinerganzen Länge nach) entstehen. Ein solcher TransvcrsalmagnetismuS kannselbst an einem 4, 6 bis t2 kantigen Eisenprisma dargestellt werden, wodann die diagonal gegenüber liegende» Längcnkantcn abwechselnd die ent-gegengesetzten Pole besitzen. Ein Drahtcylindcr, den man dadurch bereitet,daß man einen stählernen Klavierdraht spiralförmig um eine Glasröhrewindet, und so daß die einzelnen Windungen sich berühren, wird trans-versal ^olarjsch, wenn man zwei diametral sich gegenüber liegende Stellendesselben in der Richtung der langen Achse mit dem Nord- und Südpoleeines Magnetes von einem Ende zu dem andern streicht. Es wird da-durch ein Magnet erhalten, der in der Richtung seiner ganzen Länge aufder einen Seite nordpolar, auf der andern südpolar ist, und beide entge-gengesetzte Magnetismen sind durch zwei Jndifferenzlmien getrennt, die sichwiederum diametral gegenüber liegen. Beide Enden der Spirale zeigenaber durchaus keine besonder» Pole, außer denen, welche jeder einzelnePunkt ihrer ganzen Länge hat. Streicht man eine» solchen Quermagnetnach dem Laufe der Spirale mit dem Pole eines Magnets, so wird seinTranSvcrsal-Magnetismus aufgehoben, und er in einen Longitudinal-Mag-nct mit zwei Pole» an den Ende» verwandelt.