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Wien, die oberste Stelle, nicht wieder entgegenarbeitet, so bini»für meine Gemeine und Oestreich gewiß verloren. Aber bei G»t>ist Alles möglich. Die Gemeine Gaffneukirchen betet und hofft i»,dcß ohne Unterlaß, ob man ihr gleich überall Alles abspricht, sie nied>mehr vorlaßt, sie sectirisch nennt. Sich da! Christum auf dmSchiffe. Herr, hilf, wir gehen unter! Das ist jetzt acht Woche»lang unser taglich Brod und Essen. Ich sitze da in der Zelle rnpsage: Komin ich um, so komm ich um. Da sitz ich, Gott Hess,mir! Amen.
10. Heute ist Kreuzerhöhung; das feiern die Carmcliten damit,daß sie ihre Gelübde erneuern, und auf die Nacht nichts mehr essen,als eine Suppe. Die Kreuzerhöhungs - oder Ordens - Suppe nnifnun Zobo auch mit essen. Bisher war ich fast immer gesund, ol>-schon ich nicht einmal im Garten spatziren ging. Aber jetzt auf de»Winter hoffe ich Krankheit oder Tod. Denn von einer Beendigungoder Beschleunigung spricht Niemand, als meine Gemeine, u»osshört man nimmer an. „Unsrc Lage ist betrübt," sagt Femlv»,„aber unser ganzes Leben ist nichts als Betrübniß, und es gicbt kei-ne Freude, als daß man selbst Betrübnisse will, welche Gott untschickt." Darum gloriire und jubilirc ich heute im Kreuze unser?Herrn Jesu Christi, in welchem mir die Welt, und ich der Welt einKreuz bin.
11. Grüße mir den lieben N., und sage ihm, daß seine Worte:„Ich freue mich, daß man in diesem Kirchlein in der Kirche so ge-heim thun muß," den giftigen Verdacht erregt haben, daß wir ei»Küchlein in der Kirche, — eine geheime pietiäischc Gesellschaft er-richten wollen, und Du mit Deiner Freundcsliste gabst ihnen alleNamen und Glieder dieses Kirchleins in die Hand. Weil nun ich inDeiner Liste ziemlich obenan stand, so heißen sie mich spottweisc de»Papst, und ich setze guurUis hinzu, und lache nur über alle diese Al-fanzereien. Du lachst gewiß mit.
12. Tertius arbeitet und müht sich schirr zu Tode für Zobound Euch. Aber da hilft Alles nichts. Der Naturmensch hat keinAuge für geistige Dinge, darum komm Du uns zu Hülfe, wenn Dilwas kannst — wir vermögen nichts. Da sind wir, ihr Nachbarn!Helft uns das Netz ziehen, wir sind zu schwach. S. leidet's durch-aus nicht, daß wir eine geheime Gesellschaft seyen, wie Zobo. Lei-det Zhrs auch nicht; denn es ist nicht wahr. Wer was kann, derhelfe. Ich Fastensuppencsscr und Gefangener kann nichts. Ihrseyd frei, braucht Eure Freiheit und glaubet, daß Gott nichts Klei-nes vorhabe. Bekennet Euren Glauben! Heraus mit dem Lichtunter dem Scheffel! Was stehet Ihr müßig? Hui, frisch daran!Geht auch Ihr in den Weinberg: muß ja selbst unser Kaiser hinein,und darin arbeiten.— Verzeih, daß ich mich unterstehe, Dir aueBanden und Schanden so grob und grell zuzurufen. Danke Dir