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Martin Boos, der Prediger der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt : sein Selbstbiograph.
Entstehung
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639
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mdiate und vcrtheidigte meinen Glaubcn, ward krank und starb.Ein Gleiches kann Dir mit Deinem Manne geschehen. Bist Dudann zufrieden? z

Das Wörtlein Glaube mußte dem Bertgcn Pflicht undBedürfnis; werden, sonst hatte er sich nicht Zeit genommen, micheinmal recht anzuhören. Aber da er als Commissair dem ganzenGmsistorio zu rcferircn,und sich und mich zu retten und rechtfertigenhatte, so mußte er sich Zeit nehmen, der Sache auf den Grund zusehen, und als er ihn sah, frohlockte er wie Abraham. Genug, daßi Dein Mann nicht wider Christum ist. Er wird schon noch für Ihnwerden durch Deinen Glauben. Er kommt schon einmal zwischen- zwei Sporn im Leben oder im Sterben. Da, da wirst Du ihn mits Deinem Christus trösten können und dürfen.

Es starb unlängst ein alter Geistlicher, der sein Lebtag ein or-i deutlicher, mäßiger und gesetzlicher Mann war, aber drei Tage vorx seinem Tode laut aufschrie: Ich bin verdammt, ich bin verloren!i Richtig! Nach dem Gesetze; als man ihm aber den Glauben ans Christus predigte, entschlief seine Seele ruhig und selig. Sieh da,i wie das Bedürfniß zu glauben oft erst an; Abende des Lebens kommt.

Die natürlich, bürgerlich, gesetzlich guten und ehrbaren Leute^ ohne lebendigen Glaubcn an Christutz sind mir entsetzlich lange zur! Marter und Plage geworden, sind härter zu bekehren, als Sünderi und Zöllner. Ohne eine Revolution von innen, und ohne einen^ Stern von oben findet die bloße Vernunft das Kindlein nicht im> Stalle; sie sucht es in der Residenz, in der heiligen Stadt des ehr-l baren Wandels.

Die Reihe Deiner Fehler hängst Du doch in allen Deinen Brie-fen aus — Christus und Deine Fehler sitzen schon lange neben ein-ander in Deinem Herzen. Kann Er sie neben sich leiden, was willstl denn Du machen? Er will uns die Fehler nicht alle nehmen, son-i dem bloß in und mit uns darüber herrschen und beherrschen. —

Als ich einmal von der Predigt kein Wort wußte und gcwal-j tiglich dem Herrn vorstellte: Er solle mir doch Licht geben und wast sagen, ich scy ja Pfarrer w. Da erhielt ich zur Antwort: „Es isti nicht wahr — Ich bin Pfarrer und Bischof deiner und deinrPfarrkinder Seelen." So war ich ruhig und getrost, und dachte,wenn ich auch gleich nichts weiß auf der Kanzel, was gehts mich an.Er ist Pfarrer — und da wußte ich recht viel. An diese wahre Ge-! schichte erinnerst Du mich, wo Du jetzt die Dcinigen als die Drüsi-gen ansiehst.

Du kannst nicht einmal Deine Stube erleuchten, noch wenigerj die ganze Stadt, die sich doch ldnnot. G. (heilig) nennt? Was Ihrdoch für elende Nachfolger der Heiligen send! Das glaubet Ihr! eben nicht, daß man ein Krcuzwirth und ein Narr oder sonst waswcrden müsse, bis man Licht und Glaubcn in die Leute bringen kann.