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recht erkannt, bereut und gebessert, weil sie so rede; und ob sie dennihre Kinder und Dienstboten der Gesellschaft halber mit in die Höllelaufen lassen wolle? —g. Sept.
Es ist ein übles Ding um das Fallen; die Engel sielen, und esstand keiner wieder auf. Die Menschen sielen auch und fallen noch;aber gar viele bleiben liegen. Ist das nicht übel?
10. Sept.
„Bischöfe und Seelsorger, die das Predigen des Evangeliumsvernachlässigen, sind gleich den Huren, die ihre neugcborncn Kindersogleich fremden Saugammcn überladen, damit sie'ungehindert ih-ren Lüsten wieder nachjagen können." Das durste nur der PapstDamasus sagen. Wenn doch auch jetzt noch die Großen— dieWahrheit so schön und derb sagten!
Wer die Predigt nicht anhören will, wird gleich einem neuge-bornen Kinde seyn, das an der Mutter nicht trinken will.
11. Sept.
Ich weiß nicht warum und wie doch die Gelehrten jetzt immerfragen und fragen können, ob es auch vernünftig und anstandig sey,ein Bittgebet zu verrichten? Ich meinte, wenn sie in einer recht gro-ßen Noth waren, so würden sie lieber gleich ein Bittgebet verrichten,als erst fragen und untersuchen, ob es erlaubt und vernünftig sey?
Christus und die Apostel haben nie eine solche Frage aufgewor-fen, sondern sind gleich via faoti daran gegangen und haben Großesund Kleines von Gott begehrt. Thut ihr hie und da auch eine Fehl-bitte, so ist Gott ohnehin so gut, und erhört sie nicht. —
14. Sept.
Von den ersten Christen hört und liest man wenig, daß sie vielgebeichtet hatten; das mag Einige auf die Gedanken gebracht ha-ben, daß das Beichten eine Erfindung spaterer Zeiten sey. Allein,man hört und liest von den ersten Christen auch, daß sie heiliger ge-lebt, und weniger gesündigct haben; darum bedurften sie des Bcich-tens, und die Apostel des BeichthörcnS nicht so viel. Man hörtund liest von ihnen aber auch nicht, daß sie Odem geholt, und aufden Füßen gegangen scyen.
1s. Sept.
Wer da sagt, daß er fromm sey, ist gewiß nicht fromm. Werda sagt, daß er demüthig sey, ist gewiß nicht dcmüthig. Denn diewahre Frömmigkeit ist ein im Acker des Herzens verborgener Schatz.So weiß auch der Dcmüthige nicht, daß er demüthig ist.
19. Sept.
O, mein Gott! Wie viel bin ich dir schuldig!!! So muß ichausrufen, so oft ich mein Gewissen erforsche.^ Herr, geh nicht ins Gericht mit mir!