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Martin Boos, der Prediger der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt : sein Selbstbiograph.
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und Schriften der Heiligen und Vater, ja in allen Liturgiccn, Sym»bolcn und Einrichtungen der Kirche selbst gefunden.

Woher hatte aber diese Kranke solche Weisheit? Wie kam siedazu? werdet Ihr wieder fragen. Das weiß Gott, der sie ihr, injedem Fall, es sei mittelbar oder unmittelbar, gegeben hat. Wersucht, der findet. Wir wollen mit Jesu ausrufen: Vater, ich dankedir, daß du dieses den Weisen und Klugen verborgen, und es den Un-mündigen und Einfaltigen geoffenbaret hast. Ja, Vater! so hat esdir Wohlgefallen! Matth. 11.

Klein wie ein Senfkörnlcin hat die Sache angefangen, und istdann zu einem so großen Baum gewachsen, der seine Zweige überallausbreitet.

Jndeß hatte Boos sein ganzes Leben hindurch, bis an sein En-de, darüber Vieles zu leiden. Dieser Glaube war, wie Christus, einZiel des Widerspruchs, ein Fels des Aergernifscs und ein Stein desAnstoßes. Luc. 2. Von innen und außen, von Menschen und Teu-feln, wurde der Glaubensprcdiger bestandig angefochten bis an seinenTod, und zwar in seinen letzten Jahren und Tagen am stärkstenund heftigsten von innen. Aber Gott stärkte ihn, daß er überwand.Er hat Glauben gehalten, und starb froh und selig in diesem so viel-fältig angefochtenen Glauben.

„Dicß ist das wundervolle Ding,

Fast dünkt's für Kinder zu gering.

Und dran zerglaubt ein Mann sich dann,

Und stirbt fast, eh' cr's glauben kann."

Boos in Unterthingau.

Dieß war die erste Station, wo er als Eaplan und Predigerdes Evangeliums nach vollendeten Studien auftrat. Es ist abervon seiner Wirksamkeit und seinen Erfahrungen an diesem Postennichts bekannt geworden, als ein Briefchcn eines OcstreichischcnHauptmanns, der von Unterthingau gebürtig, als Knabe eben zudieser Zeit, da Boos Eaplan des Orts war, von ihm unterrichtetwurde, und der nach dreißig Jahren ihn in Ocstreich, und zwar zurZeit seiner Verfolgung und seines Gefängnisses, daselbst wieder fand,dem Verfolgten und Gefangenen alle möglichen Liebes-Dienste er-wies und sich ihm nicht dankbar genug bezeigen konnte.

Dieser gute Hauptmann schrieb d. 26. Juni 1816. an A. Schl.Folgendes:

„Wie oft kränkt es mich und die Meinigcn, daß mein erster,jetzt so tief gebeugter Lehrer Martin Boos, dessen guter Charakterbloß aus Liebe und in Liebe besteht, so viel leiden muß. Ich erinne-re mich aus meinen Knabcnjahrcn, die ich in Unterthingau, alsmeinem Vatcrorte verlebte, wie viele Thronen er daselbst als Eaplan