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Die Zürcher Familie Schwend c. 1250 - 1536
Entstehung
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haben müssen, eine sehr auffällige Erscheinung, für die wir in zweierlei Weiseeine Erklärung zu geben versuchen können. Entweder existierte das Geschlechtschon ehedem in Zürich unter einem andern Namen, oder es ist, etwa um dieMitte des 13. Jahrhunderts, von auswärts her eingewandert. Für die erstereAnnahme liegen nun durchaus keine Anhaltspunkte vor, während zu gunstender letztern das Wappen zu sprechen scheint. Der Schild — vom Helm könnenwir hier absehen, da die Schwenden bis in den Beginn des 15. Jahrhundertsnur Schildsiegel führten — ist quergeteilt und zeigt in der obern (wie ausgemalten Darstellungen des 15. Jahrhunderts hervorgeht) silbernen Hälfte zweirote fünfblätterige Rosen, während die untere Hälfte rot ist. In den ältestenSiegeln sind die Rosen an Stielen, welche sich entweder ans der Teilungsliniedes Schildes und in der untern Schildeshälfte je einmal, oder im untern Feldezweimal schneiden (Abb. 2). Dieses Wappen scheint auf einen Zusammenhangmit Rapperswil (in Gold drei rote Rosen) zu deuten. Waren die Ahnherrendes Geschlechtes Schwend etwa Rapperswiler Ministerialen gewesen, wie dieRitter von Dübelstein (in Rot zwei weiße Rosen), die Ritter von Rambach(in rot-weiß gespaltenem Schilde e>ne weiße und eine rote Rose), oder dieMarschälle von Rapperswil (in Schwarz eine weiße Rose)?^) Eine befriedigendeAntwort läßt sich bei der Dürftigkeit des vorliegenden Materials nicht geben;über jenen Berchtold (I.) und seine Gattin Sophia hinaus können wir alsonicht gelangen: sie bilden für uns die Stammeltern des Geschlechtes, dessenSchicksale in ihren Hanptzügen hier vorgeführt werden sollen.

Als Sohn Berchtolds (I.) und der Sophia mag Berchtold (II.) gelten,der als erster seines Stammes in den Rat gelangte. Die Ratslisten nennenseinen Namen unter den Fastenräten der Jahre 1276—1290. (Vor der Brun-schen Verfassungsänderung des Jahres l336 haben wir jährlich 3 Ratsrottenzu 12 Mitgliedern, vom 6. Januar an den Fastenrat, von Anfang Mai anden Sommerrat, von Beginn des Septembers an den Herbstrat. Seit 1336sind es nur zwei Räte, der um Weihnachten (cliss natalis) antretende Natal-rat und der am 24. Juni, dem Tage Johannes des Täufers, antretende Bap-tistalrat.) Mehrfach erscheint er auch als Zeuge, und 1289 war er bei einerAngelegenheit zugegen, welche seine eigene Familie betraft) Ein BerchtoldSchwend nämlich hatte eine Leibeigene der Abtei Reichenau geehelicht, und diese— Lüggardis ist ihr Name — ging am 28. Juni genannten Jahres durchTausch samt ihren Kindern als Leibeigene an die Abtei Zürich über. Unterden Anwesenden werden genannt Peter, Kirchherr zu Entfelden, laut Groß-münster Jahrzeitbuch ein vor 1340 an einem 23. Juli verstorbener Ange-

2) Ganz, Geschichte der heraldischen Kunst in der Schweiz, x. 51.

°) G. v. Wyß, llrk. Abtei 319.