schönen Hoffnungen geschmeichelt hatte. Alsdieser sich jedoch in der Regierung der Sch-lünder befestigt sah, ließ er sich durch dieeifrigen Vorstellungen des pabstlichen Nun-eius, und des Bischofs von Wien, MelchiorKlesel, die ihm die Nachgiebigkeit in diesemPuncte als eine Gcwissenssache darstellten,bewegen, den Oestreichern die Erfüllungihres Verlangens zu verweigern. DieseHatten jedoch schon ihr Kriegsvolk in Be-reitschaft, und da sie ihm nicht eher hul-digen wollten, so mußte er (1609 März)endlich nachgeben. Herren und Edle solltennun in ihren Schlössern, Dörfern und Fe-stungen freye Religionsübung genießen, inden Städten aber nur auf Privathauscreingeschränkt seyn. In den Städten solltendie Protestanten berechtigt seyn, zu denNathsherrcn - und andern Stellen gewähltzu werden. Aber Matthias, der dieseDuldsamkeit nur gezwungen bewies, folgteals Kaiser zu sehr dem Bischof Klesel, dener zum Director seines geheimen Rathsernennt hatte. Daher wurde ( 1614 ) dieReichsstadt Aachen, wegen eines Aufruhrsihrer protestantischen Einwohner, welche die
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