26
für Luthern zärtlich besorgte Kurfürst vonSachsen hielt es aber doch für uothwcndig,ihn wenigstens auf einige Zeit den Nach-stellungen seiner Feinde zu entziehen. Luther,den er schon zu Worms darauf vorbereitethatte, wurde, nicht weit von Eisenach,von einigen kurfürstlichen Beamten ange-halten, und auf das Schloß Wartburg, denWohnsitz der alten Landgrafen von Thüringen,gebracht. Während daß das Publicum indem Wahne stand, Luther wäre von seinenFeinden aus der Welt geschafft worden, lebteder wittenbergische Professor auf seinemPathmnS (so nannte er die Wartburg);unter dem Nahmen eines Junkers Jürge,kam er, als Junker Jürge, im Panzer,in Stiefeln und Sporen, zuweilen nachEisennch.
Dem muntern und thätigcn Luther wurdeder einsame Aufenthalt auf der Wartburgbald unerträglich. Die Jagd gewährte ilunkeinen Zeitvertreib; es fehlte daher seinemKörper an Bewegung, und das viele Sitzenmachte ihn kranklich und hppochondrisch.Sein feuriges Blut drängte sich zu sehr
nach