Druckschrift 
10 (1802)
Entstehung
Seite
23
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Der neue Kaiser Karl V war, wegenseines Benehmens gegen Luchem, in zicm-licher Verlegenheit. Auf der einen Seiteforderte ihn der römische Hof unausgesetztund dringend auf, die lutherische Kctzercymit den gewaltsamsten Mitteln zu unter-drücken; auf der andern fand er es, derdeutschen Fürsten wegen, bedenklich, Luthcrnungehört zu verdammen, und doch trug eranfangs Bedenken, ihn vor der Rcichsvcr-fanimlung erscheinen zu lassen. Endlich gaber (1521) dem Kurfürsten von Sachsen denAuftrag, Luthcrn mit nach Worms zn brin-gen. Luther war auch, aller Warnungenseiner Freunde ungeachtet, hierzu bereit.Man versah ihn mit Geleitsbricfen desKaisers und anderer Fürsten. In seinerGesellschaft reichte, unter andern Gelehrten,Hieronymus Schürf, sein rechtlicher Beystand.Als er von den Wittcnbergcrn Abschied nahm,weinten Männer und Weiber, Kinder undAlte. Ueberall jauchzte ihm das Volk ent-gegen, strömte es, selbst von entferntenGegenden, hcrbcy, um den unerschrockenen,den bewundernswürdigen Mann zu sehen.

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