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„Und damit diese unser Andacht und gute Meynunge auch andern Leuten zu guter amvysungc desterkundiger und offenbarer werde, so haben wir yn — ■— eyn Cleynat lassen machen und getragen verordnet,das wir nennen die Gesellschafft S. Marlins, daran S. Martins byide, reytende und synen Mantel schneydent,vorn an der Brust hange. Und ist fiirter das Cleynat mit Engeln zu halber Brust, Iläder in yhreu Hemlenhabent, aneynander gehengkt; der, und keyner andern Form oder wegss es unser Mitbrüder auch machenoder figuriren lassen, und tragen sollen.
„Item — — —• das die Gesellschafft und Cleynat-zum geringsten haben und weyen solle eynfeyn
raarck Sylbers, die yn der Forme und wej'se pleyben solle, wie die anfencklich uffgelegt, und oben angezygt ist.
„Item ordnen-wir, das ein yeder Bruder und Gesell-das Cleynat-obberiirt,
wan und so offt er yn unsem Hofe, oder anderswo zu Herreutageu frölicheyten, oder gemeynen versamlungenkumbt; auch alle hohe Feste, und sonderlich allen S. Martins tag offenbar und unbedeckt tragen solle. Undwere es, das yemant solichs verseumpte und nit theteV wie offt er solichs verspreche, und von eynemseynerMitgesellen beredt, und seumig erfunden wurde, so offt soll er synem Mitgesellen, die darum besagen, sechspfeninge gehen, die der Geselle so sollich pfening uffnympt, fiirter Armen Leuten reychen solle. Doch sollen
die Brüder und Schwester-den — — Orden und Clyuat yn unzymlichen Spielen und leichtfertigen
unzüchtigen Tentzen nit antragen, sondern die abe thun.
„Fiirter setzen Mir, ■— das die Brüder-einander-Treu und Freuntschafft leysten und halten
sollen. Und wo cyner seyner Mitgesellen eynen höret seynen Eren beschuldigen, soll er ine biss uff synzukunfft zum besten verantwurten, und inne das förderlich kunt thun, damit er sich solicher Beschuldigiuigfürter M’yss zu verantworten.
„Wir wollen auch, und erlauben das hiemit, das ein yeglicher B.-sein eeliche Hausfrauen in
die Gesellschafft mit entfallen und nennen mag. Dieselben Frauen sollen alsdan die Gesellschafft auch tragen,und bethen und thun, wie oben von den Brüdern geschrieben ist. Doch das sie von yrenAnhen von Schylt undHelme von Adel geboren sein, in massen von Manns personell oben geschrieben stet.
„Und wan wir nun alle tödlich und sterblich sein und von dyeser Welt scheyden müssen; so haben
wir fürter geordnet,-das eyn jeder Bruder hey seynen Freunden verschaffen und bestellen solle, wan
er gestorben und Tods vergangen ist, das alsdann seyn Cleynat so er getragen hat, oder dafür ein feyn mark
Silbers-in drien Monaten den nechsten darnach, in unser Dhumstifft —-überschickt, und dein
Brudermeyster geantwurt, und dabey kunt getan werde, an welch ein tage er verstorben sey.
„Und wir Jacob von Fiebensteyn Dhuindecliant, und das Capitel gemeynlich-bekennen--—,
das diese Ordnung und uffrichtung-mit unsern guten wissen und Millen geschehen und gemacht ist.
Willigen auch die alles ires Inhalts und Begriffs, in crafft dies Brieffs. Und des zu bekentnus so haben Mir
unser Capitels Ingesiegel-- — bey-gnediejen Hrn lngesiegel an diesen Brieff gehangen. Doch uns,
und unsern gemeynen Presentz an unsern besondern Reuthen und Gefellen unsohedlich. Der geben ist zuS. Martiusburg-uff Sant Johaus Baptisten tag. Anno - 1497 . u
Orden des heiligen Anton in Hennegau.
Ql’Ordre de St. Antoine en Hainaut.J
Albreclit von Bayern musste beim Ausbruch des Wahnsinns seines BrudersWilhelm die Regentschaft der Lande Hennegau, Holland, Seeland und Frieslandund nach dessen Tod die Lande als Erbtheil übernehmen. Als die, das heiligeoder St. Antonsfeuer genannte Krankheit in seinen Landen immer verheerenderum sich griff, glaubte er durch eine besondere Ehrfurchtsbezeigung gegen den
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