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Vom Verlangen nach dem ewigen Leben ?c.
Herrn geprüfet zu werden, wie er sich verleugnenund in Allein sich brechen könne. Es ist kaum etwasdergleichen, worin du so viel Sterbens bedarfst, wiezu sehen und zu leiden, was deinem Willen zuwiderist, sonderlich wenn Ungereimtes und was dir wenignütze erscheint, zu thun geheisicn worden. Und weildu der höheren Macht nicht zu widersteben wagest, dadu unter eine Herrschaft gestellt bist, darum däuchtes dir hart, nach dem Winke eines Andern zu wan-deln und allen eigenen Sinn fahren zu lassen (1 Kor.9,18—23).
6. Aber erwäge, mein Sohn, dieser Mühen Frucht,ihr schnelles Ende und ihren allzugroßcn Lohn, unddu wirst davon keine Beschwerde haben, sondern daskräftigste Trosimittel deiner Geduld. Denn auch fürdiesen geringen Willen, welchen du jetzt freiwillig ver-lässest, wirst du allzeit deinen Willen haben in denHimmeln. Dort nämlich wirst du finden Alles, wasdu gewollt hast, Alles, was du hast begehren können.Dort wird dir beiwohnen das Vermögen alles Guten,ohne die Furcht, es zu verlieren. Dort wird deinWille, allzeit eins mit nur, nichts Fremdes oder Ei-genes wünschen. Dort wird dir Keiner widerstehen,Niemand über dich klagen, Niemand dich hindern.Nichts in den Weg treten, sondern Alles, wornachdu verlangst, wird zugleich gegenwärtig sein, und deine