54 Vom Gericht und von den Strafen der Sünder.
schenken versöhnet wird, noch Entschuldigungen annimmt,sondern urtheilen wird, was recht ist! O du elender,thörichter Sünder, was willst du Gott antworten, derall dein Böses weiß, du, der du dich bisweilen voreines zornigen Menschen Angesicht fürchtest? Warumsiehest du dich nicht vor auf den Tag des Gerichts,da Keiner durch einen Anderen wird entschuldiget odervertheidiget werden können, sondern ein Jeglicher sichselber eine hinreichende Last sein wird? Jetzt ist deineArbeit fruchtbar, dein Weinen angenehm, dein Seufzencrhörlich, dein Schmerz wohlgefällig und läuternd(Hcbr. 1l)).
2. Ein groß und heilsam Reinigungsfeuer hat dergeduldige Mensch, welcher, indem er Beleidigungenerfährt, mehr betrübt ist über des Andern Bosheitals über seine Kränkung, welcher gerne für seineWidersacher betet, und von Herzen die Schulden ver-gibt, i^er nicht verzeucht. Andere um Verzeihung zubitten, der leichter sich erbarmet, als zürnet, der sichselber häufig Gewalt anthut, und das Fleisch durchden Geist ganz und gar zu unterjochen strebt. Besserist es, jetzo die Sünden reinigen und die Fehler ab-schneiden, als die Reinigung auf die Zukunft aufbe-halten. Wahrlich, wir betrügen uns selbst durch dieunordentliche Liebe, die wir zum Fleische haben(l Petri 2, Zl — 25).