HZ Von der Liebe zur Einsamkeit und zum Stillschweigen.
8. Was magst du sehen irgendwo, das langebleiben kann unter der Sonne? Du denkst dichvielleicht zu ersättigen, aber du wirst's nicht erlangenkönnen? Wenn du alle Dinge gegenwärtig sahest, waswär' es anders denn ein nichtiges Gesichte? Erhebedeine Augen zu Gott in der Höhe, und bitte für deineSünden und Versäumnisse! Laß das Eitle den Eiteln;du aber merke auf das, was dir Gott geboten hat!Schleuß die Thür hinter dir zu und rufe zu dirJesum, deinen Geliebten! Bleibe mit ihm im Käm-merlein, dieweil du nirgends solchen Frieden findenwirst. Wärest du nicht ausgegangen und hättest nichtsvon Tagesneuigkeiten gehört, du würdest besser geblie-ben sein in gutem Frieden. Sobald dich's ergötzt zuZeiten Neues zu hören, mußt du gleichermaßenStörung des Herzens tragen. (Ps. 84.)
Ein und zwanzigstes Kapitel.
Von der wahren Neue und Buße.
l. Willst du in etwa zunehmen, so bewahre dichin der Furcht Gottes, und sei nicht allzu frei, sondernhalte alle deine Sinne unter der Zucht, und überlaßdich nicht unziemlicher Freude! Gib dich herzlicher»