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Von der Lehre der Wahrheit.
Welchem das ewige Wert zuspricht, der wird vielerMeinungen ledig. Aus dein einen Werte sind alleDinge, und alle Dinge reden nun Eins. Und dasist der Anfang, der auch zu uns redet. Ohne den-selben hat Niemand Verständniß nech richtiges Urtheil.Dem alle Dinge Eins sind, der alle Dinge auf Eineszeucht, der Alles in Einem sieht, kann wohl beständigsein in seinem Herzen und in Gott friedlich verharren.O Gott, der du die Wahrheit bist, mache mich einsmit dir in ewiger Liebe! Mich verdrießt oft vielesLesen und Hören; in dir ist ganz, was ich will undbegehre. Es müssen alle Doctoren schweigen, ver-stummen alle Creaturen vor deinem Angesicht, du aberallein rede zu mir! (Joh. 1, 5. — 8, 25. — 17, 23.)
3. Je mehr ein Mensch mit sich selber einig ist,je mehr er innerlich einfältig geworden, um so mehrund um so erhabenere Dinge versteht er ohne alleMühe, weil er von oben herab das Licht des Ver-ständnisses empfähet. Ein lauterer, einfältiger undstetiger Geist wird durch viele Geschäfte nicht zerstreuet,weil er Alles zu Gottes Ehre wirket und in sich vonaller Selbstsucht ledig zu sein sich befleißigt. Washindert und beschwert dich mehr, als deine unabge-tödtcte Herzensneigung? Ein frommer, gottesfürchtigerMensch ordnet seine Werke zuvor inwendig, die erauswendig vollbringen' soll, und sie ziehen ihn nicht