Druckschrift 
12 (1803)
Entstehung
Seite
198
Einzelbild herunterladen
 

i?8

seine bisherige Stellung zuerst zu verlassen.Dieser Augenblick blieb noch vierzehn Tagezurück, bis Gustav Adolfs Glaubhaftigkeitsich endlich nicht mehr empor halten konnte.Der Verrath von Lebcusmitteln, der in sei-nem Lager und in Nürnberg übrig war,wurde immer kleiner, und der Hunger immerfühlbarer. Gustav Adolfs Soldaten, undbesonders die deutschen, welche die Bedürf-nisse des Magens weniger standhaft als dieSchweden zu ertragen gelernt hatten, erlaub-ten sich, um dieselben zu befriedigen, diezuchtlosesten und gewaltsamsten Mittel.Schrecklich wurde die umliegende Gegendvon ihnen behandelt. Gustav Adolfs Vor-stellungen und Drohungen fanden jetzt keinenEingang mehr. Daß er ihnen den Abscheuund Aergcr, den ihr Benehmen in ihm er-regte, mit den lebhaftesten Farben schilderte,daß er ihnen die 40 Tonnen Goldes, die erfür die Freyheit der Deutschen aufgewendethatte, vorwarf, das alles fand bey ihnenkeinen Eingang. Indessen wuchs die Nothund das Elend von einem Tage zum andern.In Nürnberg waren, während der elfWochen der Einschließung, schon auf zehn-tausend