Druckschrift 
18 (1807)
Entstehung
Seite
23
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liche Einverständniß zwischen ihr und ihrenGemahl wieder herzustellen.

Mathilde machte die genauere Bekannt-schaft Struensees wahrend der Zeit, daß er(1770 May) ihrem Sohne die Blatterneinimpfte. Mathilde, die, als eine besorgteMurler, ihren Prinzen selbst wartete, undganze Nächte bey ihm wachte, fand die Un-terhaltung des gutqebilderen, geistreichen Leib-arztes, der die Geschäffte ihrer mütterlichenSorgfalt so wetteifernd mit ihr theilte, solehrreich und unterhaltend, daß sie ihm ihrganzes Vertrauen schenkte. Sie bcrcdre ihrenGemahl, dem einsichtsvollen Manne die Auf-sicht über die Erziehung des Kronprinzen zuübergeben. Struensee befand sich seitdem inihrem täglichen Umgange, und das jugend-liche, lebhafte, um das Urtheil der Weltunbekümmerte Weib überschritt manchmal dieSchranken des Wohlstandes auf eine Weise,die ihr Verhältniß zu Struensee in ein zwey«dcutiges Licht setzen konnte. Der schwacheKönig hatte zu wenig Kraftgefühl, um sieauf den Irrweg, auf den sie gerielh, auf-merksam zu machen.

Struensee