210
das deutsche Reich, dessen Regierung er sogern 'mit der Herrschaft über Frankreich ver-einigt hatte! Ferdinand III hatte seinenSohn gleiches Nahmens, der schon Königvon Ungern und Böhmen war, von denKurfürsten (165z) zum römischen Könige,und also zu seinem Nachfolger, wählen lassen;aber bösartige Blattern tödtcten ihn bereitsim folgenden Jahre (1654 Äul.) in derBlüthe seines Lebens. Als nun der Vater,Ferdinand III, drey Jahre hernach (1657März) selbst starb, war der Erzherzog Leo-pold erst 14 Jahre alt, und sein Onkel, derErzherzog Leopold Wilhelm, übernahm dieVormundschaft über denselben. Diesen Um-stand suchte Mazarini zu benutzen, um auchdie Kaiserkrone auf das Haupt seines jungenMonarchen zu bringen. Die geistlichen Kur-fürsten waren nicht ungcncigt, seinen Planzu unterstützen. Der cölnische Minister Für-stenbcrg bewies sich besonders sehr thatig.Franzosen und Deutsche, hieß es, wären javerwandte Nationen, indem jene von diesenabstammten. Aber diese Verwandtschaft über-zeugte die bidcrn Deutschen doch nicht vonder Nothwendigkeit oder dem Nutzen der
Wahl