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bendigcn Gott; wann werde ich dabinkommen, daß ich Gottes Angesichtschaue? Ps. äl, 1. 2.) Da es aber nicht mög-lich ist, hier schon ihre» Durst zu stillen, so lei-det sie eine Marter, daß sie immer sterbend lebt,und lebend stirbt.
Ihr Schmerz ist voll Süßigkeit, und ihreSüßigkeit voll Schmerz, so, daß ihre Sehnsuchtnach ihrem Geliebten immer höher steigt. Sieist los von alle» Kreaturen, sie findet nichtsschön, nichts schmackhaft, nichts anziehend undreizend, als was die Flamme ihrer Liebe ver-mehrt. Sie mag nichts lesen, wenn sie nichtetwa ein Wort von ihrem Geliebten findet.Der Umgang mit Menschen wird ihr unerträg-lich, wenn man nicht von ihrer Liebe, von Chri-stus spricht.
Mein Gott! Du siehst in das Innerste mei-nes Herzens. Ich empfinde Unaussprechliches.Ich leide wahrhast, aber ich wollte nicht, daßich nicht litte. Ich kann nur seufzen nach einemumfassender» und größern Besitze deiner Güte.Du hast Dich mir zwar in deinem allerheiligstenSakramente aus großer Liebe gegeben, und icherkenne cS als ein unschätzbares Gut, aber esist doch ein verborgener Schatz. Ich besitze Dichwohl, aber ich kaun Dich noch nicht so, wie esmein Herz wünscht, genießen. Mein Zustandist dem des alten Simeons ähnlich, der Dichin seinen Armen hielt, und über die FreudeDich zu sehen, starb. — Im Himmel erst kannmeine Sehnsucht nach Dir gefristet werden. Dochich verlange es demungeachtet nicht früher, alses Dir gefällt. Die Liebe zu Dir treibt mich