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Das verborgene Leben mit Christo in Gott : aus den Schriften Johann von Bernieres-Louvigni gesammelt ... [v. G. Tst]
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139
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6. Der Eingang in dieses innere Kämmcr-lein GorteS ist aber nicht Jedermann, nnd all-zeit offen, Lasset nnS bisweilen hingehen nndanklopfen, aber demüthig, und mit Vertrauen.Thut Er un§ nicht aus, so lasset uns friedsamund oergnügt an der Thüre warten, und Ge-duld haben, wann wir auch lange da harrenmüssen. Es hangt von Ihm ab, wann Er unSbesuchen will. Ich habe eine kleine Probe vondiesem grossen Gebete, aber ich gebe alles übrigedaran, um es ganz zu besitzen. Ein Augenblickdieser Glückseligkeit ist mehr werth, als tausendWelten, Da uns Gort solche Barmherzigkeiterweisen will, sollten wir noch in den niedernDingen der Erde stehen bleiben!?

Ach begreife es nun leicht, wie der aller-einfältigsten und unwissendsten Seele die Er-kenntniß vieler Wahrheiten eingedrückt und ent-deckt wird, wie sie durch dieses Licht in ihr,die gottlichen Vollkommenheiten, und ihre eige-nen UnVollkommenheiten erkennen, und Dinge,die außer ihr, und weit entfernt sind, sehen kann.

8. Wenn die Seele in diesem eingegossenenGebete den Eindruck von Gott und JesuS be-kommen bat, so sieht und findet sie überall, undin allen Dingen, Gott, und Jesnni durch diegeheime Liebe, welche so wunderbare Augen hat,daß sie sich nicht bei der Schaale der Geschöpfeaufhält, sondern überall auf Gott, der darunterverborgen ist, durchdringet, JesuS theilt sie denKräften der Seele so innig mit, daß sie ganzin Ihm sind, und es der Seele scheint, alswenn alles sich in Jesnni veränderte deneinzigen Gegenstand ihrer Liebe. Der Anblick