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Dir! Wie wirst du so geliebt, meine
Seele! wie wirst du so geliebt von deinem Gott!mehr als das einzige Kind von seiner Mutter,welches sie ans ihrem Schooße, und gerade anihrem Herzen trägt; Gott aber läßt dich in sei-nem Herzen, und mitten in seiner Liebe woh-nen! — Wie lange werde ich so im HerzenGotteS leben, ohne daß Er ganz in meinemHerzen lebt und herrscht! O mein Gott! ichbekenne, daß Du allein das Recht hast, meinHerz zu besitzen! O Herr, vertheidige dein Ei-genthum, nimm es ein, auch wider meinen Wil-len! — O mein Wille! heute erhältst du denausdrücklichen Befehl, die Thüre keinem mehrzu öffnen, als nur dem Geliebten allein, dessenunermeßliche Liebe uns zuvor geliebt hat.
6. Die Gerechtigkeit Gottes — hatauch des eignen Sohnes nicht verschonet, bloßdarum, weil Er sich in die Gestalt der Sünderkleidete, und Bürge für sie geworden ist. Siedrohet dem Sünder mit ewiger Oual, vielmehrihn zu warnen, daß er durch Buße ihrem Zornzuvorkomme, als ihn zu strafen. Sie züchtigetin dieser Zeit bisweilen den Sünder, um ilmgerecht, und nicht elend zu machen. Schrecklichist ihr Zorn gegen Zünder, die sich auf ewigder Sünde übergeben haben. Wer. erkenntdie Macht deines Zornes? Ps. 89, 11.Sie giebt aber die Krone der Gerechtigkeit denen,die gebührend gekampst haben; für eine augen-blickliche leichte Trübsal schenkt sie ihnen eineüberaus wichtige, ewige, unendliche Herrlichkeit.
7. Von der Barmherzigkeit desH errn will ich singen ewiglich! Ps. 88,2.