Druckschrift 
15 (1805)
Entstehung
Seite
139
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sche Hof, der schon seit anderthalb Jahr-hunderten das Vorbild für andre abgegebenhatte, bekam seit Ludwig XIV eine völligentschiedene Ucbcrlcaenheit. Die Verwal-tung der Staatseinkünfte, die Einrichtungdes Militärs) die Pracht des Hofes, dasMaitrcssen! Wesen — alles wurde an denübrigen Höfen, vornehmlich an manchendeutschen, nachgeahmt. Wer nur einiger-maßen eine feine Bildung erlangen wollte,mußte nach Frankreich reisen. Man ver-schrieb aus Frankreich nicht nur Erzieherund Erzieherinnen, sondern auch Gesell-schafter , Maitrcssen, Gemahlinnen, dieihre Verwandten bald genug anzubringenwußten. Die französische Sprache wurdedie Sprache der großen und feinen Welt.Dieß geschah vornehmlich unter Karl II inEngland, Philipp V in Spanien, unterFriedrich I in Preußen; unter Georg Lud-wig in Hannover, unter August II inSachsen, unter Maximilian in Bayern.In Bayern war Madame dc la Pcyrousse,die Maitresse des Kurfürsten, diejenige, dienicht nur ihn, sondern auch die Mutter derDauphine, der Prinzessin Marie Anne, re-gierte ;