Druckschrift 
4 (1802)
Entstehung
Seite
482
Einzelbild herunterladen
 

482

göttliche Verehrung zuerkannt/ und Nervsuchte seine große Betrübniß durch allerleySchauspiele zu lindern / und da geschah es/daß dem Monarchen zu Gefallen, 400 Se-natoren, 600 Ritter, ja daß selbst verschie-dene vornehme Damen, sich unter den Haufender gemeinen Kampfer mischten.

In Rom gab es damahls noch mancheunregelmäßige Gasse, noch manches unansehn-liche Gebäude. Nero wünschte diese Fleckender Schönheit Roms entfernt zu sehen. Erdurste sie nur niederreißen, und anders bauenlassen. Allein Nero ließ darüber (64) dieStadt anzünden. Das Feuer wüthete neunTage lang fast ununterbrochen fort. Esbrannten mehr als zwey Drittel des ungeheuernRoms ab; es verbrannten unzählig vieleherrliche Gebäude und Denkmähler; es vcrbrannten die schönsten Arbeiten der vorzüglichsten Mahler und Bildhauer Griechenlands:es verbrannten so manche Bücher von vor-trefflichen Schriftstellern, die bis dahin nockalle beysammen gewesen waren. Das schreck-lich große Schauspiel sah der gegen Mcn-schenwohl so gefühllose Nero von einem hohenThurme zu Autium an, während daß er in-

der