Druckschrift 
3 (1801)
Entstehung
Seite
318
Einzelbild herunterladen
 

zr8

dichte freymüthig beurtheilte. Er vcrurthcilteihn daher, als Leibeigener, in einem Steinbruchezu arbeiten. Durch die Bitten seiner vertrau-testen Freunde ließ sich Dionys jedoch bereden,den frcymüthigcn Dichter schon ani folgendenTage wieder in Freyheit zu sehen, und ihmwieder den Zutritt an dem Hofe zu gestatten.Er stellte bey dieser Gelegenheit ein herrlichesGastmahl an. Als der Wein die Laune derGäste zur Fröhlichkeit gcstitmnt hatte, vergaßsich Dionys so sehr, daß er seine eigenenVerse lobte, daß er einige derselben, die erfür die vorzüglichsten hielt, hersang, undniin den Philorenus fragte, was er von ihnenurtheile? Des Dichters Antwort hieraufbestand blos darin, daß er zur Leibwachesagte: sie möchten ihn nur wieder in denSteinbruch bringen. Dionys fühlte das Edle,das in dem Benehmen des Philorenus lag,so gut, daß er demselben seine Freymüthigkcitverzieh. Da sich Dionys auf den Ruhmeines Dichters so viel einbildete, so gehörtees zu seinen vornehmsten Wünschen, bey denolympischen Spielen einen Preis in derDichtkunst zu erhalten. Er schickte in dieserAbsicht seinen Bruder Thcandes nach Olympia.

Die-