Druckschrift 
2 (1801)
Entstehung
Seite
107
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haften Mannschaft zu jeder Zeit unterrichtetzu scyn. Vor dem ServinS hatte sich nochniemand des Schicksals der armen Leibeigenenangenommen. Servius ließ an jeden Kreutz-wege der Stadt einen kleinen Tempel für dieSchutzgitter der Straßen erbauen, und dieLeibeigenen zu Priestern derselben bestellten.Er widmete denselben auch ein jährliches Feschwo sie, von allen unangenehmen Verhältnissenihres Standes bcfreyt, die Freude recht un-gestört genießen konnten. Diese Anordnungender Menschlichkeit erwarben dem ServiuSallgemeine Liebe. Er schränkte seine Sorgfaltaber nicht allein auf die Hauptstadt ein. Auchdie Bewohner des römischen Gebiethes wurdenin sogenannte Tribus abgecheckt, und jederbekam seine Freystätte, seinen Tempel, seinenSchutzgott, seine Obrigkeit, und sein jähr-liches Fest.

Eben dieser Servius, der sich so eifrigum die Liebe des Volkes erwarb, führte eineStaatsverfassung ein, durch die er den Nei-chen und Vornehmen den g' ößtcu Einfluß aufdie Staatsangelegenheiten zusicherte. Er gicnzdabey von dem Grundsätze aus, daß die Ein-wirkung