Druckschrift 
16 (1806)
Entstehung
Seite
85
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tert. Das Gerüchts das ihren Tod einerVergiftung zuschreibt, wird nicht für unswahrscheinlich gehalten.

Ludwig XV war über ihren Verlust ganzuntröstlich. Immer nur mit ihrem Lobe,immer nur mit dem Gedanken, sein Lebens«ende durch Gift zu beschleunigen, oder esganz der Frömmigkeit zu widmen, beschaff«tigt, alle Zerstreuungen verschmähend, undaller Theilnahme an den Staatsgeschäfftenausweichend, wollte er mit niemand, alsmlt der Mailly, umgehen. Aber nach einemJahre (1742 im Herbste) öffnete sich seinHerz doch wieder neuen Eindrucken der Liebe.Die Reihe, seine Aufmerksamkeit zu fesseln,kam nun an die beyden jüngsten Schwesternder Mailly, die Marguisinnen von Flavascourt und la Tournelle. Diesen beydenFrancnzimmern, die Maurepas aus seinemHause verbannt harte, wies Ludwig einigeZimmer in seinem Schlosse zu Versailles an.Die Fiavaconrt, die eben so viele moralischeals körperliche Vorzüge hatte, widerstandden Reihen der Verführung mit kluger Ma«ffigung, und ließ sich in der Treue gegen

ihren