Druckschrift 
6 (1802)
Entstehung
Seite
268
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Bernnard, sein ehemahliger Lehrer, segneteden Otto und seine Getreuen ein, und giengmit der heiligen Lanze voran. Aber dieRömer zeigten ganz unvermuthet friedfertigeGesinnungen. Die Oberbefehlshaber des inder Nähe von Rom stehendefi kaiserlichenHeeres waren jedoch eben im Begriffe, ihrenKaiser zu bsfreycn. Otto stellte, von einemThurme herab, den Römern ihre Undankbar-keit in so rührenden Ausdrücken vor, daß siesogleich zwey von den Urhebern der Empörunghalbtodt vor ihn hinwarfen; er traute ihnenaber dennoch so wenig, daß er sich geschwindeaus Rom entfernte. Die unsichere Lage, inder er sich befand, stimmte feine Seele immerargwöhnischer, immer trauriger. Zu dieserSeelenstimmung glaubte er in dem vertrautenUmgange mit der schönen Stcphania, derWittwe des Hingerichteten Crescentius, einigenTrost zu finden. Schon hatte er eine griechi-sche Prinzessin zur Braut gewählt, und dochmag er seiner geliebten Stephania vielleichtzur Kaiserkrone Hoffnung gemacht haben.Wär es nun Eifersucht der Stephania, oder

Nach-