Druckschrift 
Über eine Marmorstatuette der Grossen Mutter mit der ältesten Inschrift des Rheinlandes in keltischer Sprache : mit 2 Tafeln und 2 Textabbildungen
Entstehung
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des Chiton durchblicken lassen. Der Stoff des Chiton ist durchzahlreiche, dicht nebeneinander gesetzte Punkte gemustert undderart von dem Umschlagtuch, das im Gegensatz hierzu durchschräge, parallele Linien gezeichnet ist, merklich geschieden; dieLinien sind eingeritzt, die Punkte eingeschlagen. Die linke wiedie rechte Hand schauen knapp am Rand des Umschlagtuchshervor. Es ist dies die altgriechische Tracht, besonders bekanntdurch die Darstellungen der attischen Vasenmalerei, wie derVase des Sophilos (Benndorf, Vorlegeblätter 1889, T. II 3d).Das Haar fällt in dichten Strähnen rechts und links von derStirn auf die Schultern über das Umschlagtuch und wird inseiner Hauptmasse von einem hohen und breiten Kopfputz ver-hüllt, der gleichfalls mit eingeritzten, parallelen Linien geziertist. In feierlicher Haltung sitzt die Frau auf einem Thronsesselmit breiter Rücklehne; mit den gespreizten Fingern der linkenHand greift sie in die Mähne eines neben ihr liegenden Löwen,mit der rechten umfaßt sie fürsorglich eine kleine, weiblicheGestalt, die ähnlich bekleidet ist wie ihre mütterliche Be-schützerin. Ihr Umschlagtuch fällt auf ihrer rechten Seite ineinem rechtwinklichen Abschnitt über den rechten, hocherhobe-nen Unterarm nach unten; auf der anderen Seite hängt er biszum Erdboden herab: die Haare fallen ohne Band oder Kopfputzfrei auf die Schultern nieder. Mit der erhobenen rechten Handfaßt das Mädchen zärtlich die Hand der Göttin, ähnlich wie inder Gruppe des Museums von Moulins ein knieender, nackterDämon zur Seite des Jupiters mit dem Rad die linke Hand desGottes mit seiner Linken bedeckt oder streichelt (Korrespon-denzbl. der röm. germ. Kommiss. I 1917, S. 138: darnach hiermit Erlaubnis der Schriftleitung wiederholt, Fig. 1).

Mit der linken Hand hält sie einen altertümlich aussehendenPokal, der mit zwei vom oberen bis zum unteren Rande reichen-den Henkeln versehen ist, ähnlich dem Nestorbecher, und deraus zwei kegelartig verjüngten, mit den Spitzen untereinanderverbundenen Teilen besteht, mit anderen Worten genau in derMitte stark eingeschnürt erscheint. Hierzu stimmt die Be-schreibung des Karchesion genannten, hochaltertümlichen Ge-fäßes bei Athen. XI p. 474 E: noTrjQiöv sativ BTtL/birjxeg, awr/y/j-ivovclg fiBGov smeixäig, <Lra e%ov fieyju xov jivü/ievo; xa&ijxovra...