Prinz-Regent (später Kaiser und König Wilhelm I.) befandsich im Ministerium des Innern in der Wilhelmstraße. DieBerathung währte dort länger, als er Anfangs vermuthen kannte.Er hatte den Wagen deshalb zurück geschickt, wurde aber plötzlich inder Arbeit durch eine Batschaft unterbrochen, die ihm an diesemWintertage wie Frühlingsjubel im Herzen klang.
Sein Befehl rief die erste beste Droschke von der nächsten Eckeherbei. „Nach Prinz Friedrich Wilhelms Palais Unter den Linden!"So mochte der Gaul nach nie gelaufen sein, denn der Kutscher, dereinen solchen Herrn natürlich noch nie gefahren hatte, schwang unauf-hörlich die Peitsche.
Das war am 27. Januar 185ö. Der glückliche Vater, jetztGroßvater geworden, eilte zu seinem Sohne, der ihm die Botschaftvan der Geburt eines Sohnes ins Ministerium gesandt. „Lobe denHerrn, den mächtigen König der Ehre!" So tönte es vom Hohen-zallernschlosse hernieder, und in die Freudenschüsse mischte sich derJubel des Volkes, das das Palais umstand.
Auf die Rampe desselben trat'„Papa" Wrangel. „Kinderchens",rief er, „es geht Allens jut! Es ist ein tüchtiger, derber Rekrut, wieman ihn nur verlangen kann."
Ein Extrablatt wurde verbreitet: „Ihre königliche Hoheit, diePrinzessin-Gemahlin Seiner königlichen Hoheit des Prinzen FriedrichWilhelm von Preußen, ist heute um drei Uhr Nachmittags zur Freude