Druckschrift 
2 (1891) Die Könige und Kaiser
Entstehung
Seite
414
Einzelbild herunterladen
 

— 414 —

Und im Junileuchten, als Roseuduft das Neue Palais erfüllte,da mar er im Herrn für immer still. Der 15. Juni 1388 mar seinSterbetag. „Was sind Hoffnungen, mas sind Entwürfe, die derMensch, der flüchtige Sohn der Stunde, aufbaut auf dem betrüglichenGrunde?" Zum Lorbeer des Siegers hat Kaiser Friedrich die Palmedes Märtyrers erworben, doch im Herzen des deutschen Volkes wirdder „Kronprinz" in seiner unwiderstehlichen Heldenhaftigkeit dentragischen kaiserlichen Dulder überleben. Nicht nach seinem großenVater, neben ihn als seinen ersten und unvergleichlichen Paladin wirdihn die Sage stellen und ihn mit dem Beinamen des immer Getreuenehren.

In der Friedenskirche zu Potsdam ist ihm die Gruft bereitet.Furchtlos sah er dem Tod ins Auge, ihm ein Erlöser von Jammerund Qual, und beharrlich lebte in ihm der sehnlichste Wunsch: DemVolke wohlthätig, dem Laude nützlich und dem Reiche zum Segenzu sein.

So war er denn stets, im schönsten Sinne ein Mann und einHeld, seines Wahlspruches eingedenk:

„Furchtlos und beharrlich!"