einem so bedeutenden Menarchen wie Friedrich II. war esunzweifelhaft eine schwere Aufgabe, das Land weiter zu re-gieren.
Friedrich Wilhelm II. war der älteste Sehn des nächsten BrudersFriedrichs II., des Prinzen August Wilhelm; erst nach dessen 1758erfolgten Tode wurde er zum Thronfolger erklärt. Im September1744 geboren, war er beim Tode seines Vaters vierzehn Jahre alt.
In Magdeburg war es, wohin sich die Mutter Friedrich Wilhelmsmit ihm und seinen Geschwistern begeben hatte, da Berlin vomFeinde bedroht war, und dort war es, wo der Prinz und Thron-folger eingesegnet wurde.
Da stand nun der Prinz, mit dein Degen des Vaters umgürtet,vor dem Altar. Gottesfurcht und religiöse Duldsamkeit legte ihm derGeistliche ans Herz. Nie hätte ein brandenburgischer Prinz sein An-sehen, seine Macht, sein Kriegsheer gemißbraucht, um Andere wegenihres Glaubens mit Feuer und Schwert zu verfolgen. Auch er möchteim Sinne der Vorfahren handeln und den väterlichen Degen nur zumSchutze der Religion, als Held und Freund des Friedens gebrauchen. —
Friedrich Wilhelms Lehrer waren Hofprediger Sack und derSchweizer Nikolaus Beguelin, die unter Aufsicht des militärischenErziehers von Borck standen.
Französisch und Latein mußte er schon in früher Jugend lernen.Auch geschichtliche Kenntnisse erwarb sich der Knabe in seltenem Grade,