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2 (1891) Die Könige und Kaiser
Entstehung
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Der Schreck verschlimmerte die Krankheit des Königs. Friedrichmußte sofort ins Bett gehoben werden, das er nicht wieder verließ.„Ich habe die weiße Frau gesehen, ich werde nicht wieder besserwerden," rief er und konnte nicht zur Klarheit kommen, daß jenegrauenhafte Erscheinung seine Gemahlin gewesen sei.

Inzwischen währte der spanische Erbfolgekrieg noch fort. Diepreußischen Truppen ernteten unter der Führung des Fürsten Leopoldvon Anhalt-Dessau den größten Ruhm, und Ludwig XIV. sah sichfortdauernd von seinen verbündeten Gegnern besiegt.

Unter diesen Umständen bat er schweren Herzens um Frieden.Wie tief gedemüthigt der stolze König sein mußte, geht aus den An-erbietungen hervor, die er den Verbündeten machen ließ. Nicht nurauf die ganze spanische Erbschaft wollte er verzichten; er erbot sichsogar, eine Million Subsidiengelder zu zahlen, um seinen Enkel Philipp,der den spanischen Thron nicht gutwillig räumen wollte, vertreiben zuhelfen. Sogar in die Abtretung nicht unbedeutender Gebietstheile vonFrankreich willigte er ein, um seinen Verbündeten, den vertriebenenKurfürsten von Bayern und Köln, die Wiedereinsetzung in ihre Länderzu sichern.

Je nachgiebiger er sich aber zeigte, um so größer wurden dieForderungen seiner Gegner. Man fand eine entschieden gerechtfertigteGenugthuung darin, jetzt ihm, der den Fürsten und Völkern so oftGesetze vorgeschrieben hatte, mit ebenso großem Stolze entgegen zutreten. So wurde denn von Kaiser Joseph das Gesetz weiserMäßigung auch gegen den besiegten Feind verletzt und an Ludwig XIV.die unerhörte Forderung gestellt, er selbst solle seinen Enkel Philippaus Spanien vertreiben. Durch diese in Wahrheit maßlose Forderungfühlte sich der französische Nationalstolz aufs empfindlichste verletzt;alle Friedensunterhandlungen wurden abgebrochen, und wieder solltedas Schwert die Entscheidung bringen.

Zunächst lief die Sache abermals schlecht genug für die Franzosenab. Das mit vieler Mühe zusammengeraffte Heer unter MarschallNillars wurde von Eugen und Marlborough 1709 bei Malplaquetgeschlagen, und auch in Spanien neigte sich wieder das Kriegsglückauf die Seite der Verbündeten. Schon 1710 zog Erzherzog

Hohenz ollern II. 2