Vorwort.
!)er Kulturhistoriker Wilhelm Heinrich Riehl sagt: „Familien-Chroniken charakterisieren ein starkes und gesundes Geschlecht. — Ge-schichtSlosigkeit in der Familie erzengt Gcschichtslosigkeit in Staat undGesellschaft. — Jede Familie soll den Stolz haben, eine eigenartigeFamilie zu sein; sie soll daher Alles sorgfältig sammeln und bewahren,was ihren besonderen Charakter bezeugt."
Diesen Uberzeugungen hat sich die Familie Zeller nicht verschlossen.Zeugen davon sind mehrfache Bestrebungen, Ursprung, Entwicklung undStand der Familie festzustellen. Was diesfalls bisher geschah, dessenwird im Nachstehenden gedacht werden. Hier sei nur erwähnt, daß auchein Stammbaum des ganzen Geschlechtes, entworfen von Gustav HermannZeller sll, 186), bereits 1876 gedruckt wurde, der aber nur den Mannes-stamm, und auch diesen nicht vollständig aufnahm. Ein richtiges Familien-bild soll aber wohl beide Geschlechter enthalten, nicht nur wegen derStellung der Frau in der christlichen Familie, sondern auch um denZusammenhang dieser Familie mit anderen, wie er sich aus Verschwäge-rungen ergibt, nachzuweisen. Von dieser Erwägung habe ich mich leitenlassen. Es wurde mir zwar nicht möglich, alle Fragen, welche ich mirim Laufe der Arbeit vorlegte, zu lösen, doch aber gelang es mir, rund930 Zeller beiderlei Geschlechtes nachzuweisen.
Indem ich das Ergebnis meiner Nachforschungen der Öffentlichkeitübergebe, betrachte ich die freudig übernommene Aufgabe noch nicht alsabgeschlossen, bitte vielmehr alle Interessenten recht freundlich, mir überLücken und Irrtümer Nachricht zu geben, sowie mich auf weitere Quellenaufmerksam zu machen. Das Ergebnis werde ich vor Schluß laufendenJahres in einem Nachtrage, welcher gratis geliefert wird, bekanntgeben.
Allen, welche die Güte hatten, mir in mitunter sehr weitgehendeinMaße beizustehen, sei dafür auch hier herzlicher Dank gesagt.
Prag, im Juni 1904.
Or. Felix Zeller.