Verweilen wir Leute nur einige Augenblickebei dein achtzehnten October und blicken sechsJahre zurück, daun erneuert sich unserm Geistedas Andenken an eine Begebenheit, die für unsund unsere Kinder, bis auf die späteste Nachwelt,den all erreichstell Stoff zur frommen, innigenDankbarkeit enthält. Belohnt durch den folge-reichsten Sieg wurden die Anstrengungen unsererdeutschen Brüder und ihrer Bundesgenossen: Gottsprach, und es ward Licht, Unabhängigkeit vomfremden Joche, Selbstständigkeit und Bürgerglückwar die goldne Ueberschrift dieses mit Menschen-blut gezeichneten, aber mit Himmelssaat gesegne-ten Tages.
Damals vereinigte uns Ein Gefühl, allerStolz und Dünkel wich, und wir gaben Gott al-lein die Ehre; im Deutschen verehrten wir denBruder, das Wort Vaterland war zum süfsestenNamen geworden. Und darf es jetzt wohl auf-hören, dies fromme schöne Gefühl? Darf derDeutsche wohl jemals diesen Tag in das Buchder Vergessenheit schreiben? Ihr Alle, beson-ders ihr thenren Glieder dieser Gemeine, werdetheute unmittelbar an jene' herrlichen Empfindun-gen den innigsten Dank anknüpfen, denn euchwar damals noch kein Tempel geöffnet, worin