Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
235
Einzelbild herunterladen
 

235

II. Stiltnlinit.

Die männlichen Angehörigen dieser Seitenlinie sind erwiesener-maßen ebenso wie diejenigen der lV, Seitenlinie während einerDauer von 150 Jahren nur Geistliche gewesen. Angesichts dieserThatsache werden auch diese beiden Seitenlinien diePredigerlinien"genannt. Aus Pietät für das geistliche Amt und der damaligen Sittegemäß führten diese Descendenten, obgleich sie sick ihrer adligen Ab-kunft bewußt waren, den Adel nicht und nannten sich nur Kalau.Ihre Nichtachtung des Weltlichen und ihrer adligen Abstammungging sogar so weit, daß sie ihre Kinder in die Kirchenbücher nicht alsAdlige eintrugen. Die Folgen dieses Verhaltens blieben denn auch späternicht aus. Namentlich für diejenigen Nachkommen, welche nicht dasStudium der Theologie zu ihrem Berufe erwählten, entstanden durchdie Wiederannahme des adligen Beinamensv. Hofe" unliebsame Er-örterungen mit verschiedenen Behörden, da die bezüglichen Taufscheinenur ans den Namen Kalau lauteten. Die Berechtigung zur Führungdes Adels wurde ihnen erst dann ertheilt, als der Nachweis ihreradligen Abstammung dokumentarisch erbracht worden war.*)

Der Stammvater dieser Linie ist Ernst LnSwig, geboren am2. Januar 1736**) zu Heydekrug, jüngster Sohn des Pfarrers FabianKalau v. H. und der Dorothea Regina Safft. (Siehe Seite 61.) Im El-ternhause vorgebildet, erhielt er seine weitere wissenschaftliche Ausbildungauf dem Collegium Fridericiannm, gelangte mit 18 Jahren zur Uni-versität und studirte auf der Albertiua Theologie. Nach Beendigung

*) Verhandlung in Betreff Führung des Adels von Friedrich K. v. H. undvon Julius K. v. H. mit dem Gcneral-Postamte und der Regierung zu Königsberg.

"*) In den Familiennachrichten ist die Geburt, als am 1. Januar 1734erfolgt, angegeben.