rines Polizeibürgermeisters zu Dirschau.'^) Wie lange er diese Stellunginnegehabt hat, konnte nicht ermittelt werden, weil sämmtliche magi-stratualischen Akten beim Brande des Dirschauer Rathhauses verlorengegangen sind"-) In der Stellung als Polizeibürgermeister hater sich zweimal verheirathet. Die erste Ehe schloß er mit einer ziemlichbejahrten Wittwe Namens Caroline Miekisch, die er 1783 durch denTod verlor. Die zweite Ehe schloß er 1785, bereits 62 Jahre alt,mit der Regina Meckin, mit welcher er 19 Jahre glücklich lebte, undvon der er 5 Kinder erhielt. Als Polizeibürgermeister führte er denAdel nicht und nannte sich Kakau, jedoch nahm er im Interesse seinerSöhne den Beinamen v. Hofen wieder an.^*) In Anerkennungseiner bewiesenen Bravour und in Rücksicht auf seine schwere Ver-wundung im 7 jährigen Kriege erfreute er sich der Huld und Gnadedes Großen Königs. Auch wurde ihm später vom König FriedrichWilhelm III. die Begünstigung zu Theil, daß seine drei Söhne imCadetten-Corps erzogen wurden. Der älteste von diesen wurde alsjunger Lieutenant in der Schlacht bei Eylan leicht, bei Leipzig schwerverwundet und verstarb als Major; der zweite fiel bei Friedland,während der dritte als Cadett allzufrüh das Zeitliche segnete.
Carl Benjamin besaß eine pietätvolle Anhänglichkeit nicht alleinfür seine nächsten Angehörigen, sondern bekundete dieselbe auch gegenalle Fernstehenden, die seinen Namen führten. Mit regem Eifer hater am Ende des vorigen Jahrhunderts im Verein mit seinem ihmsehr befreundeten Vetter, dem Justizdirektor K. v. H., darnach gestrebt,zuverlässige Nachrichten über die Familie Kalau und Kalan vom Hofezu sammeln.ch) Außer diesen Sammlungen existirte auch ein von ihmgeführtes Tagebuch über seine Erlebnisse. Leider sind diese Samm-
") Nach den Familienüverlieferungen soll er als Stabsrittmeister abge-gangen sein, doch scheint diese Angabe auf Jrrthnm zu beruhen. Beim Husaren-Regiment Nr. 10 ist er in den offiziellen Listen als solcher nicht verzeichnet.Immerhin ist es möglich, daß seine Verabschiedung aus einem anderen Regimenterfolgt ist. Auch die zweite Ueberlieferung, daß er sich in der Suite des PrinzenHeinrich befunden haben soll, konnte urkundlich nicht festgestellt werden.
Nach brieflicher Mittheilnng des Magistrats zu Dirschau.
*"*) Die Söhne nannten sich verschieden, theils Kalau v. der Hofe, theilsÄalau von Hofen.
ch) Nach Mittheilungen des Otto K. v. H., Sohn des Justizdirektors.