Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
202
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Nordenthal, Osterwein zc. konnten der Familie nicht länger erhaltenbleiben. Der Umstand, daß alle Descendenten dieser Linie denOffiziersstand zu ihrem Beruf gewählt hatten, war die Ursache, daßnicht allein ein großer Theil des Familienvermögens für den besonderenAufwand jenes Standes verwendet, sondern auch die Güter argmit Schulden belastet wurden. Mangelhafte Bewirthschaftung,schlechte Conjunkturen und unvorhergesehene Unglücksfälle beschleunig-ten den Verlust der ländlichen Besitzungen und bewirkten die Verar-mung einer Familie, die in drei Generationen sich der besten Ver-hältnisse erfreut hatte. Nach Verkauf der Familiengüter erhielt JohannFriedrich durch günstige Verheirathung ein neues Heim. Jni 42. Lebens-jahre vermählte er sich 1812 mit der verwittweten Frau Henriettevon Trzewlewsky, geborenen von Brandt, Tochter des Regierungs-raths und Rittergutsbesitzers auf Seewalde bei Gilgenburg, Heinrichvon Brandt,") Herrn auf Thurau und Browien bei Gilgenburg. Die35 jährige Wittwe brachte zwei in jugendlichem Alter stehende Söhneerster Ehe in die zweite mit und erfreute ihren Gatten durch dieGeburt einer Tochter und zweier Söhne. Johann Friedrich ver-waltete das Erbe seiner Frau und seiner beiden Stiefsöhne mit großerGewissenhaftigkeit. Letztere übernahmen nach erlangter Volljährigkeitdie Verwaltung der Güter, wobei es öfters zu unliebsamen Erörte-rungen zwischen ihnen und dem Stiefvater kam. Dieser starb 1822im 53. Lebensjahre und hinterließ die Gattin mit seinen Kindern inkeiner günstigen Lage. Anfangs blieb die Wittwe mit denselben inBrowien, später, nachdem sie ihr Töchterchen am Scharlachfieber ver-loren hatte, übersiedelte sie zu ihrem Bruder von Brandt auf Tannen-berg. Sie sorgte nach besten Kräften für eine gute Erziehung ihrerbeiden Söhne zweiter Ehe und wurde hierbei von ihrem Bruder nachMöglichkeit unterstützt. Der älteste dieser Söhne, Namens JohannFriedrich, widmete sich der Landwirthschaft und erwarb später einen

*) v. Brandt, altes Rittergeschlecht. In Ostpreußen einstmals stark be-gütert: Auer, Arnau bei Wahrungen, Damerau, Leydau, Ponargen, Bossen,Schvnfeld, Seewalde, Tannenberg und Woiditken.

Wappen: Schild weiß, schräg gestellter schwarzer Stamm mit 3 Flammen.