seinem einförmigen Leben gewährte ihm nur die alljährlich unter-nommene Erholungsreise zu seinen in der Ferne weilenden ver-heiratheten Kindern.
Mehrere Jahre nach dem Tode seiner Gattin schloß er eine zweiteEhe mit Ernestine Marhold. Ein Sohn dieser ehelichen Verbindung,Namens Karl Albert, fand als Lieutenant im Infanterie-Regiment Nr. 3am 1. September 1870 in der Schlacht bei Noisseville den Heldentod.Johann Friedrich, der sich, selbst im hohen Alter, der besten Gesund-heit stets zu erfreuen hatte, wurde im Monat Mai 1862 von einemschweren Leberleiden überfallen. Auf ärztliches Anrathen ging er zurKur nach Karlsbad, doch kehrte er, ohne Erleichterung, geschweigeGenesung gefunden zu haben, Ende August heim und verschied nachkurzem Krankenlager in seinem 74. Lebensjahre am 10. Oktober 1862.
Der Entschlafene war in jeder Beziehung ein Ehrenmann unddas Muster eines altpreußischen Offiziers, dessen Hingabe an seinenBeruf, dessen militärisches Empfinden, dessen königstreuer Sinn unddessen für die Macht und den Ruhm seines Vaterlandes schlagendesHerz ihm zur höchsten Zierde gereichten.
Gleichwie sein Vater, der dem Großen Könige 40 Jahre gedientund als Husarenoffizier den 7jährigen Krieg von Anfang bis zu Endemitgemacht hatte, so diente er, von seinem 15. bis zu seinem 55. Lebens-jahre als Jnfanterieoffizier den drei nachfolgenden Herrschern undnahm rühmlichen Antheil an den Kriegen 1806, 1807, 1812, 1813,1814 und 1815. Ein vorleuchtendes Beispiel persönlicher Tapferkeit,empfing er in der Schlacht von Jena die erste, in der Völkerschlachtbei Leipzig die zweite Verwundung. Auch im Frieden erfüllte er mitEifer und Hingebung seine dienstlichen Obliegenheiten bis zu seinemAustritt aus der Armee. Was ihn, den alten Soldaten, besondersauszeichnete und ihm die Neigung und Verehrung Aller gewann, wardie persönliche Anhänglichkeit an seine Vorgesetzten, die wahre, edleKameradschaft und Liebenswürdigkeit im Verkehr mit seinen Genossen,die strenge, aber gerechte und humane Behandlung seiner Untergebenen.Sein Scheiden von dem Regiments wurde allseitig mit tiefem Bedauernempfunden. In seiner Stellung als verabschiedeter Offizier hat ersich durch sein einfaches, biederes Auftreten, durch seine Selbstlosigkeit