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9) Leonhard, der jüngste Sohn des Ahnherrn, geboren am 22, Sep-tember 1653, studirte anfänglich, ivnrde später Soldat und widmetesich dem Festungswesen. Den ersten Unterricht im Kriegshandwerkerhielt er in der Pillauer Ritterschule unter La Cave. Nach Been-digung seiner militärischen Ausbildung wollte er in Frankreich an derMaas und am Rhein kriegerische Lorbeeren ernten, doch der Tod er-eilte ihn bereits als Gefreiter-Corporal in der Feste Pillau am 18. Ok-tober 1672*)
Professor Johann Röhlingen widmete ihm einen Nachruf zumTröste seines Vaters. Dieser Nachruf lautet'.**)
„Dem Hoch Edlen und Namhaften Herrn Leonhard Kalau oomHofe, Seiner Kurfürstlichen Durchlaucht zu Brandenburg wohlbedientenGefreyten Corpora! in Dero Hauptfeste Pillau, welcher, nachdem er19 Jahre 26 Tage auf dieser mühseligen Welt zugebracht, den 18. Ok-tober 1672 unter beständiger inbrünstiger Anrufung seines Erlösersverschieden ist. Gestiftet dem hochbetrübten Vater, dem hochedlen Nestorund hochbenahmten Herrn Fabian Kalau vom Hofe."
In dem Gedichte finden sich vielfache Andeutungen auf das LebenLeonhards.
„Sein Leben, das voll Unschuld war,
Sein Muth, der ihn Hub auf die Bahr,
Der Kunst war er zuerst verpflichtUm zu begreifen die Geschicht;
Aus der die Sitten ihre ZierdeDie Klugheit ihre Kost uimnu einUnd dann das ewige Latein.
Nicht wollt er wie jetzund gemeinDes Florentiners Säugling seinDer wie Kopernik nach der ErdenDen Lauf der hohen Sterne mißt,
Des Ober-Führers ganz vergißt.
*) Familicnnachrichten und Wallenrodt'sche Bibliothek,
ü«) Siehe Lnrinina. X. Wallenrodt'sche Bibliothek.