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Geschichte der Familie Baetcke
Entstehung
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©Util gnliltö gactlktf, £>r. meb. et cfyr.,

geb. 8. Ztopembcr f829 in Hamburg, geft. f. Bopember 1878 in ©reenocf.

Zh\ (Emil 3 u ü us Baetcfe mar ein eigenartiger ZTiamt, in beffen £l]aracter unbEinlagen Baetcfe'fche unb U7oller'fd]e Por^üge unb <fel]Ier, beibe in ausgefprodjener IDeifeftd] perftärften. Die perfdßebenartigften llrttjeile habe id] über il?rt pernommen, mie bennbas Bilb eines folcßen Utatmes, mie er einer mar, je nad] ber perfdßebenartigen Kuffaffungbes Beurtheilenben piel- £id]t, ober piel Schatten 3eigen mochte. Perehrt unb gerabe3ubemunbert mürbe er pon feinen ^reunben, geliebt, aber aud] getabelt rourbe er im nädjftenKreife feiner Permanbten. ©bmol]l fein Cebensmeg pou feinem practifdjen (Erfolg gefröntmürbe, maßen troßbem aud] bie ©abler eine gemiffe geiftige Superiorität ißm 5U, bie tßat=fädjlidj um fo größer gemefen fein muß, je meßr fein äußeres Sieben, äußere Umftänbe unbaud] feine eigenen DTängel es bebingten, baß feine Ueberlegenheit faft ftets unter für ißnungünftigen Umftäuben fid] betätigen mußte; fie f^atte, fo 511 fagen, beftänbig an bem ErnzenKrm bes fjebels att3ufeßen. — Sein leid]t auffaffenber, fcßarfbenfenber Perftanb blatte einfaft übergroßes ©egengemid)t gefmiben in feinen ißn oft pöllig beßcrrfcßenben ©efüßlen.KII3U feinfüßlenb, faft meiblicf] 3art, mar fein (Empfinben unb babei allsu mäd]tig. (Erfdjmerteißm bas nur ju häufig bie (Erreichung practifdjer ^iele, fo begleitete er ein: ,,3d] ?ann esnid)t" mol]l mit (Eitaten mie „(Befühl ift alles" ober „Unb fühlt ihr's nid]t, ihr merbet's nid;tbegreifen". (Ein ausgeprägter (Eigenmillen permod)te fid] bei ißm nid)t bis 5U mirflichemSelbftbemußtfein ju entmicfeln, eine fidj tb?eilxr>cife bis jur ZTtenfchenfcheu perftärfenbe Sd]üd]tern=heit unb übergroße Befdjeibenljeit ftanben bem im ZDege.

So midi er äußeren Conßicten lieber aus, anftatt fie fiegreid] burd )3ufämpfen. UTitfid] felbft bann unbefriebigt, quälten ißn bafiir im eigenen 3 nnern U1U f° heftigere feelifdjeKämpfe. — Heid] ausgeftattet hatte ihn bas ©efdjicf mit pielerlei ©alenten. Seine felteneBegabung für ITtufif madite ihn 3um ßetuorragenben UTeifter auf bem piano. Uber mäßrenber im engen Kreife feiner ©efchmifter, ober ^reunbe Stunbenlang moßl am Klarier ßßenfonnte, um pon ber einfachften Poltsmeife bis 3ur fd]meren, ernften, flaffifdjeu ZUufif alles 3Ufpielen, mas nur perlangt mürbe, ober auch, mn ™ äen ©önen phantaftrenb alle Stimmungenbes (Empßnbens t^irtreißenb mieber 5U fpiegeln, fträubte er fid] fd]eu unb hartnäcfig, menn ereinmal in größerer ©efellfdjaft 5um Spielen aufgeforbert mürbe. — Kud] für bie UTalereihatte er ein tieferes Perftänbniß. (£r perftanb es 3U fehen, unb Zeichnung, (Eolorit unbCechnif 3U beurtheilen. Selbft rein unb gerecht in allen feinen (Empßnbungen, mar er aufsi}öd]fte begeifterungsfälßg für alles (Eble unb Schöne. Uber mährenb ihm fo reiche ^reubenaus feinen pielfeitigen 3 r 'tereffen ermudjfen, fchmädße fid] bas 3atereffe für feinen practifchenBeruf bei ißm ab. — 3 n h°i? em ©tabe fähig, fid] felbft 5U beherrfdjen, fo meit es galt,etmas 3U unterlaffcn, erfdjien er Jremben gegenüber troß innerer £eibenfd]aftlid]?eit äußerlich