Druckschrift 
Geschichte der Familie Baetcke
Entstehung
Seite
235
Einzelbild herunterladen
 

— 235 —

^amilie flammte, permäl)lt. ,gum Befuge bes jungen paares machten ftd) im Spätfommerf862 3ulBts mit feiner ©attin nad) Hombin-Pasfalmen auf ben S)eg.

JDenige © age por ber Kbreife nad) ©ftpreußen tpar 3ultus auf ©roß=Bretnsburggemefen unb auf 6er Sücfreife pon 6orl nad) fjamburg fyatte er auf öer ©ifenbaljn untereiner fd)ier unerträglichen f}iße 5U leiben gehabt. 3 n ermattetem 3 u f* an be trat er bal)er bieSeife 3U Stap an. 3 n Berlin faum eingetroffen, mürbe er bort ernftlicfj franf. Bergeblid)fud)te feine ^rau il)n 3U Überreben, porläufig in Berlin ju permeilen unb Stap telegrapl)ifd)bortljin 5U rufen. 3 U ^ US l' e f f'd? rtid?t halten, unb fo mürbe unter großer Sorge ber(Sattin bie Seife noch am felben Kbenb fortgefeßt. Bis Birfcbau mar ihnen STaf entgegen*gefommen. Bon Königsberg nad) Cilftt mürbe bie Seife auf einem Bampfboote fortgefetjt,unb obmol)l mährenb ber Seife pon Berlin nad) Königsberg ftd) Kranfljeitsanfälle, bie eineernftlid)e Srungenentjünbung befürchten liefen, beftänbig mieberholt hatten, fo mar ber ©ittflußber feud)ten Seeluft mährenb ber f5 Stunben bauernben ,fal)rt auf ber ©ftfee ein fo günftigerauf ben Kranfcn, baß er nad) feiner Knfunft in Pasfalmen nur 3mei ©age lang bas Bett 5Uhüten hil^' bann aber balb fid) erholte. Bon pasfalmen aus gab ^rau Sophie Baetdeihrem Sdjmager, bem Dr. Suöolph Baetcfe, einen eingef)enben Kranfheitsberid)t, bemfie folgenbe (Einleitung gab:

„Pasfalmen, f<5. Kuguft \862.

„Bielen Banf, mein lieber Subolph, für Beine lieben feilen. ©s erregt„in uns immer ein fet)r angenehmes (Befühl, menn mir Beine £)anbfd)rift erblicfen.„©ottlob, melbeft Bu uns pon ben Beinen nur ©utes. Sud) mir ftnb jeßt alle„mieber mol)l. Slaf ift mit feinem Papa in biefem Kugenblicf nad) ben tüiefen„jenfeits ber Stemel gefahren, ©inen meiten Ummeg miiffen fie machen, um„borthin ju gelangen, burd) Cilftt nämlid), um bort über bie Stemel 3U fommen.„3m XDinter ift bas einfacher, ba fann man mit einem Schlitten bie Briefen in„einer fleinen l) a lbett Stunbe erreichen.

„JBie fdjon gefagt, 3 U ^ US 9 e ^ es i e $ mieber fehr gut, © ott fei innig„Banf! 3<ä) fm^ e ihn jeßt mohler, als mie mährenb ber legten ^eit in ffamburg,„aber fehr unmol)l ift er gemefen, unb haben mir uns in großer Sorge feinet*„roegen befunöen. Bitte ermähne bies gegen feines unferer Kinber. 3^?„ihnen nur gefdjrieben, bah papa pon ber langen Seife fehr angegriffen gemefen„märe. IBarum follte id) fie beunruhigen? Sie hätten fid) nur fehr geforgt,„ohne helfm 5U fönnen."

Xtad) ber Befd)reibung ber Seife unb ber Kranfheits3ufälle fährt fie bann fort:

„IDie banfbar bin id) bem lieben ©ott bafür, baß er bies theure Seben„uns erhielt! ©ine unbefd)reiblid)e Saft ift mir oon ber Seele genommen, unb„öod) merbe id) niemals mieber gan3 forgenlos fein, feitbem er, mein heißgeliebtes„f}er3, fo franf gemefen! . . . .

„ Bas XBohnhaus hier mad)t einen freuttblid)en, fehr befd)eibenen

„©inbruef. €s ift einftöcfig, meiß angeftrid)en, unb h a * ein rothes giegelbad).„Bie gimmer ftnb, menn aud) etmas feudjt, fehr freunblid) unb gemütl)Iid) ein*„gerid)tet, unb bie frohen ©efid)ter barin, machen bas £eben fehr angenehm.„Ber £jof ift fehr groß, boppelt fo groß, mie ber Bremsburger. ©r ift pieredüg„unb pon allen örei Seiten burd) in fehr gutem ^uftanbe fid) befinbenbe Sdjeunen„eingcfd)loffen. 3 n ber STitte bes pofes läßt STap fid) jeßt ein IDagenfd)auer„bauen. Kit ber einen Seite, abfeits, ftetjt nod) eine meitere Sd)eune. Bie„£jufnerl)äufer liegen siemlid) entfernt abfeits. Bie gelber finb im großen ©an3en

30'