Druckschrift 
Geschichte der Familie Baetcke
Entstehung
Seite
205
Einzelbild herunterladen
 

— 205 —

Sorgen, welche bie Jran3ofenfyerrfd)aft unferer ^amtlie gebracht blatte, in biefem gweige banfber ©üd}figfeit ber beiben älteften Söfyne als beenbet betrachtet werben barf.

Balb barauf burfte 3ulius bafyer an bie Begrünbung eines eigenen hausftanbcs beitfen.

(Ein Häthfel liegt mir r>or, bas in finblidjer unb bod} fefter E^ariöfchrift im ^rül}lingbes näd}ften 3 a l?res e lue junge hamburgerin fcf^rieb.

„BätMel.

(Erinnerung Dir mit traurigen Bilbern bie Seele,

„Unb es feljnt fid} nad} Hui}' müb' non ©hränen Bein Kug 1 ,

„Könnt 1 icb bie erfteu 3wei Sylben als ©enius bann Dir gebieten,

„Sie in bas fümmernbe h cr 5 träufeln mit göttlicher Kraft!

„Doch mit ber brüten uereint, nie erfülle ben Kusfprud},

„©ber idj fey beim juuor Deiner ^reunbfdjaft üidjt rnertl};

„geigt Deinem Kuge fid} aber collenbet bas liebliche ©a^e,

„®! bann flüffre mein (Seift alle mer Sylben Dir 311!

„harnbürg, „©ebenfe hierbei Deiner

ben 27. Ulai 1827." „Xtich liebenben (Emilie Ufoller."

Bod} nidjt uolle fed}3el}n 3 a h r e jählte bamals bies junge Utäbd}en, bem wenige©age fpäter, an ihrem ©onfirmationstage, am f. Kpril f827, ihr Dater, Philipp UToller,3um Knbenfen an biefe ,feier bie folgenben IDorte fchrieb:

„Kleine gute (Emilie!

„Du haft mir bis jetst burd} Dein gutes Betragen niele Jreube gemad)t,„benti Du bift ebcl, fromm unb gut, wie Deine Ulutter. Bilbe Did} ferner tiadj„ihr, fo wirft Du nid}t allein bie ^freube Deines Daters feyn, fonbern auch biejenige„aller XUenfchen, bie Did} fennen.

„Der Segen bes Daters bauet ben Kinbern E^äufer, hei^t es in ber„heiligen Schrift. 3^ fegue Did} benn, geliebtes Kinb, an bem heutigen, für„Did} fo wichtigen ©age aus pollem E^erjen:

„Der herr fegne unb behüte Did}!

„Der herr laffe Sein Kntlih über Dir leuchten, unb fey Dir gnäbig!

„Der h ß rr erhebe fein Kngefidjt auf Did}, unb gebe Dir Seinen ^rieben!

„©ott wirb meine lDünfd}e erhören. Knien.

„gum Knbenfen will id} Dir noch einen Ders herfetsen, beffen JDahrheit„Du fdjon an Dir felber wirft empfunben hüben:

„Ked}t thun, unb ebel feyn, unb gut,

„Diefj bringt bem IHenfdjen ©hr 1 !

„Da hat man immer guten UTutl},

„Unb ^freunbe um fid} her,

„Unb man ift froh, unb mit fid} eins,

„Scheut fein ©efd}öpf unb fürchtet feins.

„Bleibe immer gut, fey ftrenge gegen Did} felbft, nad}fid}tig gegen bie„fehler Knberer. Dergieb benen, non benen Du etwa glaubft, beleibigt 3U feyn,„baburd} madjft Du ^freube Deinem

„Did} liebenben Dater Philipp 2Tioller".