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Er fyeiratfyete am fß./f). I8f2 Bubolphs Sdjmefter UTathilbe, uuö ihre brei jüngerenB rüber fiebelten »on Borum mit nad} £angenborf über. Bubolpl} fpridjt j'icb fe^r fdiarfaus über bie £ehrmetl}obe feines Sd}ma:»ers unb über bie unfreunblid)e Bel}anblung, bie erfeinen jungen Scbmägem 511 Ctjeil merben lief.
,,3d} meif es beftimmt, id} erhielt dou it}m nie Unterricht in ber„©rammatif irgenb einer Sprache. Un ©efd}id}te, ©eograpbie, UTatf}ematif mar„nid}t ju benfen. Er unterrichtete überhaupt gar nicht. Er lief uns nur ben„ganjen Eag hindurch cor aufgefd}lagenen Büchern fifen. Babei bie lieblofefte„Behanblung. Bor meiner Erlöfung ron ihm rourbe ich no< h confirmivt. ~id)„hatte nie, nie, nie a u d} nur eine Heligionsftun b e ron ihm gehabt!
„Um ff. Upril f8\f mürbe id} auf bie Schule nach Saljmebel gefanbt.,,^aft ohne Uenntniffe irgenb einer Urt, aufer einigen lateinifchen Bocabeln unb„beut Bermögen, gried}ifd}e Budjftaben fo meit 511 f.itnen, baf id} etmas griedjifd}„lefen fonnte, fam ich bennod} und) Prima.
„So ausgeriiftet, faubte man midi, ben leibenfdjaftlidjeu 3üngling, in bie„^reirtbe, unb ich bin ron ber Stunbe an mein eigener tferr gemefen. IPenn ich„einft Bed}enfd}aft ron meinem Ehun unb Caffen ablegen muf, fanu ich fiel„Sdjulb ron mir abmalen, barf id) fagen: Es reicht nicht If"- ©utes unb„Böfes unterfd)eiben 5U fönnen, ber BDille muf geübt unb geftärft merben!" —
3u bie IBorte „eine greuliche 3ugenb" faft Bubolpl} ein anbermal feine £angeuborferErlcbniffe jufammen. Bon bem Saljmebeler ©ymuafium, bas bamals unter ber £eitnug besBectors Solbrig ftanb, fagt Bubolpf: „Die Schule mar ebenfo fd}led)t, mie mein bis»heriger £ef}rer."
So blieb es feinem eigenen fpeiteren Bilbungsbrange rorbehalteu, bie uielfad}en £ücfenim tüiffen auszufüllen, bie feine mangelhafte Erziehung tfuterlaffen hatte. Bei feinem guten©ebächtnif, feiner Ieid}ten Uuffaffungsgabe, feiner fcharferfenneuben, richtigen Urtheilsfraft —Eigenfdjaften, bie er ron feinem Bater ererbt ju haben nermeinte — unb bei ber grofen£uft, bie er ftets für geiftige Befähigung empfanb, gelang ihm bie fdimere Uufgabe auf bas©lanjenbfte. lüeniger leidf mürbe es ihm, einen, ich barf mohl fagen, echt Baetcfe'fdjenEemperamentsfel}ler 511 bannen. IPie mir faft alle, mar aud} er leicht aufbraufenb, I} e fti9/ja, jähzornig. UTit nie erlahmenber Uusbauer arbeitete er auch in biefer Bejiehung fein£eben lang an fidj felbft.
Des Baters Jrol)finn h^ttc er nicht geerbt. 3m ©egentheil, ein ©runbjug feines©haraders mar ein tief innerlicher, faft melancholifcher Ernft, eine ftarfe Borliebe für Ein»famfeit unb Stille. 3 n Neffen seitigten bie traurigen Erlcbniffe feiner jugenb bei ihm
eine Urt nott Peffimismus, ber fich in einer gcroiffen J^erbheit unb Bitterfeit bes llrtheilsäußerte.
„früher badjte id) immer bas Sd}led)tefte uon ben UTenfdjen unb hielt„es fü r geiftreid), mich über fie recht beifenb ju äufern. UTit ©emalt habe id}„mir biefen fehler abgemöhnt, bod} erft nad}bem er mir uiele Jeinbe gemadit hatte."
Seiner eigenen Perfon gegenüber blieb er ftets ber unerbittlidjfte, ftrengfte Bid}ter, bernie sufriebengeftellt merben fonnte, unb ber über fid} felbft nad} bem „£)err, mir haben unferePflid)t gethan, mir finb unnü^e Unechte" ui*tl?eiltc.
3n foldjen Selbftfämpfen Bubolpl}s glaube id} einen fel}r tiefen Sinn 5U finben.
Es mag hod}trabenb flingen, aber nid}ts befto meniger fd}eint es mir fo, als mennin Bubolphs 3mterem jmei grunbnerfdziebene IDeltanfdjauungen um bie Ejerrfdjaft fämpften.
Der Kampf enbete Jü Ungunften ber IBeltanfd)auung, bie ihm angeboren mar, unbbie tiad) reiflichem ZTachbenfen unb langem ©rübelu id} h eu i e fä r bie uicdjtige halte.